Halbfinale: Leidenschaft trifft auf Expertise
Die Atmosphäre beim Halbfinale war geprägt von gegenseitigem Respekt und echtem Interesse. Zehn Gründerinnen und Gründer stellten sich der Bewertung durch Vertreter von Leaders Club, INTERNORGA und orderbird sowie renommierte Gastronomen aus Deutschland und Österreich. Marc Uebelherr, Präsident des Leaders Club, betonte den Unterschied zwischen Bewerbungsunterlagen und persönlichem Auftritt: „Es ist definitiv etwas anderes, die Gründer und ihre Konzepte live und in Farbe zu erleben, als sich nur die Bewerbungsunterlagen und Videos anzusehen. Die starken Persönlichkeiten, ihr Wille und ihre Leidenschaft machen uns die Wahl nicht leicht."
Trotz der schwierigen Entscheidung kristallisierten sich die Favoriten in diesem Jahr schnell und eindeutig heraus. Die fünf Finalisten überzeugen durch unverwechselbare Alleinstellungsmerkmale und durchdachte Lösungsansätze für aktuelle Branchenthemen.
Die Finalisten im Überblick
Fünf grundverschiedene Konzepte haben es geschafft – jedes mit einer eigenen Geschichte und Vision:
Coffee, Brownies & Downies aus Oberursel setzt ein klares Zeichen für gelebte Inklusion. In der hochwertigen Tagesbar arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt zusammen. Name und Konzept verstehen sich als bewusstes Statement für Vielfalt im gesellschaftlichen Alltag.
Im Gestütsgasthof Offenhausen in Gomadingen verbindet Küchenchef Marc Winter junge schwäbische Küche mit einem besonderen Ambiente: Das denkmalgeschützte ehemalige Kloster liegt inmitten traumhafter Natur mit eigenem Jagdrevier. Sein Leitsatz – Essen ist mehr als Nahrung, Essen ist Erlebnis.
Das NOI in Köln interpretiert italienische Gastfreundschaft neu. Milan, David, Bernd und Geo – der Name bedeutet „wir" – bieten bei ihrer „Cena con Amici" im Belgischen Viertel eine multisensorische Interaktion zwischen Gästen und Küche. Beeindruckend: Die Food Waste-Quote liegt unter fünf Prozent.
Rübenrot in Augsburg beweist, dass vegane Küche weit mehr sein kann als Einheitskost. Inhaberin Katja Kaminski, Selfmade-Köchin, verarbeitet selbst angebaute und saisonale Zutaten aus der Region. Ihre Wertschätzung für das Team drückt sich konkret aus: Alle Mitarbeitenden erhalten den gleichen Stundenlohn.
In Frankfurt eröffnete mit Schmarrnsinn Deutschlands erstes Kaiserschmarrn-Café. Das Konzept: Gäste stellen sich ihren nach Geheimrezept täglich frisch gebackenen Kaiserschmarrn mit verschiedenen Soßen, Toppings und Früchten individuell zusammen.
Soziale Nachhaltigkeit als neuer Maßstab
Die Auswahlkriterien der Jury gingen über das reine Geschäftskonzept hinaus. Neben dem individuellen USP und dem Umgang mit Branchenherausforderungen flossen soziales Engagement und Nachhaltigkeitsaspekte in die Bewertung ein.
Natalie Seifert, Head of Marketing bei orderbird, beobachtet eine bemerkenswerte Entwicklung: „Wir stellen fest, dass ökologische Nachhaltigkeit bei den Gründer von heute selbstverständlich und damit kaum noch der Rede wert ist. Gleichzeitig liegt der Fokus zunehmend auch auf sozialer Nachhaltigkeit: fairen Löhnen, Inklusion, der Unterstützung regionaler Partner und der lokalen Community. Die Finalisten bilden diese Entwicklung beispielhaft ab und setzen damit neue Maßstäbe für die Branche."
Diese Verschiebung zeigt sich konkret in den ausgewählten Konzepten: vom inklusiven Arbeitsmodell über faire Lohnstrukturen bis zur konsequenten Reduzierung von Lebensmittelverschwendung.
Umfangreiche Förderung für alle Finalisten
Der Deutsche Gastro-Gründerpreis zählt seit 2014 zu den bedeutendsten Auszeichnungen für Nachwuchsgastronomen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die drei Initiatoren – Leaders Club Deutschland, INTERNORGA und Kassensystemhersteller orderbird – vergeben den Preis jährlich im Rahmen der Hamburger Branchenleitmesse.
Neben medialer Unterstützung, einem orderbird PRO Kassensystem inklusive Jahreslizenz, Kartenleser und iPad Air und zwei Jahren kostenfreier Gastmitgliedschaft im Leaders Club Deutschland sollen die Mentorenbetreuung durch die Jury, ein professionelles Fotoshooting sowie die Teilnahme am Internationalen Foodservice-Forum den fünf Finalisten helfen, sich auf dem Markt zu behaupten, ihr Netzwerk zu stärken und Hürden auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft in der Gastronomie zu überwinden. Unterstützt wird der Deutsche Gastro-Gründerpreis außerdem von BON BON, MEIKO, Coca-Cola Europacific Partners, CF – Customized Foodservice und VALDO.
Das Finale: Publikum entscheidet mit
Am 13. März 2026 um 14 Uhr fällt im Raum Chicago auf der INTERNORGA die finale Entscheidung. Rund 300 Branchenprofis vor Ort sowie die Social Media-Community stimmen gemeinsam über den Gesamtsieger ab.
Für diesen wartet ein besonders attraktives Paket: Zusätzlich zu den Sachleistungen erhält der Gewinner 10.000 Euro Preisgeld, gesponsert von der REDO Gastro Academy, ein Coaching in der Persönlichkeitsschmiede von Frank Simmeth sowie eine 40-stündige Beratung durch den Leaders Club Deutschland.
Die Veranstaltung ist öffentlich – Messebesucher und Pressevertreter sind ausdrücklich eingeladen, das spannende Finale mitzuerleben.
Fazit
Der Deutsche Gastro-Gründerpreis 2026 zeigt: Die neue Generation von Gastronomen denkt ganzheitlich. Ökologische Verantwortung ist zur Selbstverständlichkeit geworden, während soziale Aspekte wie faire Arbeitsbedingungen, Inklusion und regionale Verankerung an Bedeutung gewinnen. Die fünf Finalisten beweisen, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung nicht ausschließen – im Gegenteil: Authentische Werte und klare Haltungen werden zu echten Wettbewerbsvorteilen.
Mit ihren individuellen Ansätzen setzen Coffee, Brownies & Downies, Gestütsgasthof Offenhausen, NOI, Rübenrot und Schmarrnsinn neue Impulse für die gesamte Branche. Welches Konzept sich am 13. März durchsetzt, entscheidet die Kombination aus Fachexpertise und Community-Votum – ein demokratischer Ansatz, der perfekt zum Charakter des Wettbewerbs passt.











