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Hamburg als Trend- und Ideenschmiede

Fünf Tage Internorga in Hamburg. Und wieder einmal ist die Messe an der Elbe in der 92. Auflage ihrem Anspruch als internationale Leitmesse gerecht geworden. Sowohl die rund 93 000 Besucher als auch die Aussteller waren begeistert von dem, was es auf der Messe zu sehen und zu erleben gab.
Trendthemen auf der InternorgaMichael Zapf

Natürlich sind es die Ausstellungen der Branchenlieferanten, deren Neuheiten und Ideen, die für die Besucher interessant und wichtig sind. Wohin entwickelt sich die Technik, wie und wo macht Digitalisierung Sinn und welche Trendprodukte müssen demnächst auf den Tellern oder in Gläsern und Tassen landen? Wer auf der Internorga unterwegs war, bekam dafür einen ganz guten Überblick. Entsprechend beurteilten 93 Prozent der Besucher die Messe mit sehr gut bis gut.

Besonders gut kamen dabei die speziellen Messeformate an, die Trendthemen aufgreifen und einen Überblick verschaffen. Nach der vor einigen Jahren bereits gestarteten und auch in diesem Jahr wieder sehr gut besuchten Craft-Bier-Area war in diesem Jahr vor allem die neue Craft Spirit Lounge ein wichtiger Anlaufpunkt auf der Messe. Handwerklich hergestelltes Hochprozentiges von kreativen Destillen stand hier im Mittelpunkt. Doch nicht nur das: Wer wollte, konnte hier auch erleben, wie durch gekonnte und kreative Mischungen die Gäste überrascht werden können. Was deutlich wurde: Egal ob Gin, Korn, Whiskey, Rum, Obstbrand oder Wodka – es geht um die Geschichte und die Besonderheit. Massenware wollen die immer anspruchsvoller werdenden Gäste nicht mehr.

Zu spüren ist dieser Trend auch bei den Lebensmitteln. Die Gäste hinterfragen immer häufiger Herkunft und Verarbeitung, wollen außergewöhnlich hochwertige Fleischstücke oder fragen gezielt nach kreativen vegetarischen Produkten. Die Zahl der Flexitarier wird immer größer, was für die Gastronomie bedeutet: Wenn schon Fleisch, dann in Top-Qualität, oder eben vegetarische Alternativen.

Groß war das Interesse der Messebesucher entsprechend auch am Stand von ProVeg, wo man sich über die Chancen und Möglichkeiten der vegan-vegetarischen Ernährung und Verpflegung informieren konnte – neben dem Tierschutz bekommen hier die Umwelt- und Gesundheitsthemen eine immer größere Bedeutung.

Wie wichtig der Umweltschutz ist, zeigte sich auch beim Deutschen Gastro-Gründerpreis, der als Zusammenarbeit von Messe Hamburg, Leaders Club und Orderbird vergeben wurde. Das Isla Berlin gewann aus über 460 Einsendungen die Publikumswertung, denn die Gründer Peter Duran und Philipp Reichel haben alles der Kreislaufwirtschaft unterworfen und wollen mit ihrem Konzept nicht nur durch die Verwertung von Essensresten und Zero Waste zu einer besseren Umwelt beitragen, sondern auch zum Umdenken anregen.

Innovationspreis

Pure Farben aus 100 Prozent Obst und Gemüse ist die Überschrift von Colourfood Professional, die mit einem der Innovationspreise der Messe ausgezeichnet wurden. Colourfood standardisiert etablierte ökologische Methoden der Lebensmitteleinfärbung für die professionelle Anwendung. Die Farbstoffe sind nicht nur eine Alternative zu konventionellen Lebensmittelfarbstoffen, sie sind Vorreiter für eine neue Generation von Lebensmittelzusatzstoffen, denn sie sind nicht nur vegan, sondern eignen sich ideal für „Clean Labelling“.

Ein weiterer Innovationspreis ging an °Check, das Digitalisierungs- und Organisationssystem der Rieber GmbH, das mit einem intelligenten Logbuch über die gesamte Lieferkette neue Maßstäbe im Hygienemanagement und in der Dokumentation setzt. Rieber beweist nicht nur eine ganzheitliche Denkweise in einheitlichen digitalen Standards, sondern das °Check-System ermöglicht ganz neue, branchenweite Lösungen.

So wie Rieber mit °Check arbeiten viele Unternehmen an der Digitalisierung der Branche. Klarer Trend hierbei: weg von einzelnen Lösungen für jedes Thema, hin zu vernetzten Strukturen und übergreifenden Systemen. Der Unternehmer soll es so einfach und komfortabel haben, wenn Reservierungssystem, Kasse, Personalplanung und Warenwirtschaft miteinander kommunizieren. Insofern war die Internorga auch einmal mehr Treffpunkt der Lieferanten, um genau die für solche Komplettlösungen nötigen Hintergrundgespräche zu führen.

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