Suche

Laut neuer Analyse ist das Gastgewerbe eine der anstrengendsten Branchen in Deutschland

Immer mehr junge Arbeitnehmer ziehen eine unbezahlte Auszeit in Erwägung um Burnout vorzubeugen, wobei 76 % der Gen Z angeben, eine gute Work-Life-Balance einer guten Bezahlung oder Karriereoptionen vorzuziehen.1 Um Talente besonders im Zeitalter des Fachkräftemangels halten zu können, müssen viele Unternehmen ihre Arbeitsbedingungen ändern. Aber welche Branchen sind besonders von belastenden Arbeitsbedingungen betroffen?

Elle Hughes, PexelsElle Hughes, Pexels

Vor diesem Hintergrund hat die Karriereplattform JobLeads Daten des Statistischen Bundesamtes analysiert, um herauszufinden, welche Branchen die anstrengendsten Arbeitsbedingungen haben. Dazu analysierten die Experten Belastungsfaktoren wie lange Arbeitszeiten, hohes Arbeitstempo und knappe Fristen.

Hauptergebnisse der Studie

  • Das Gastgewerbe liegt auf Platz 4 (Indexwert: 5,66/10).
  • Information und Kommunikation ist die anspruchsvollste Branche in Deutschland (Indexwert: 6,96/10), wo 61 % der Arbeitnehmer ein hohes Arbeitstempo angaben.
  • Die Branche mit den niedrigsten Belastungsfaktoren im Ranking ist Erziehung und Unterricht, wo nur 33 % der Arbeitnehmer angaben, knappe Fristen einhalten zu müssen.
Partner aus dem HORECA Scout

Die Branchen mit den anstrengendsten Arbeitsbedingungen in Deutschland

*European Working Conditions Survey 2021.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceSoftware und Systeme
Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Die Studie von JobLeads hat ergeben, dass das Gastgewerbe auf Platz 4 mit einem Indexwert von 5,66/10 liegt. Im Gastgewerbe gaben 71 % der Erwerbstätigen an, ein hohes Arbeitstempo zu haben, was der höchste Anteil unter allen untersuchten Branchen ist. Knappe Fristen wurden von 46 % der Befragten in dieser Branche als Teil ihres Arbeitsalltags angegeben. Mit 39,3 h pro Woche hatte das Gastgewerbe außerdem die sechstmeisten wöchentlichen Arbeitsstunden im Schnitt.

Information und Kommunikation ist die anstrengendste Branche in Deutschland. In dieser Branche gaben 62 % der Arbeitnehmer an, dass ein hohes Arbeitstempo gegeben sei. 61 % gaben an, knappe Fristen zu haben und auch die durchschnittlichen Arbeitsstunden von 39,2 h pro Woche lagen unter den höheren Werten in der Tabelle. Somit erhielt die Branche einen Indexwert von 6,96 von 10.

Themen in diesem Artikel
ManagementGastgewerbeGastronomieIHA-Branchenreport

Auf Rang 2 liegen frei­beruf­liche, wissen­schaftliche und technische Dienst­leistungen mit einem Indexwert von 6,72/10. In dieser Branche gaben 61 % der Erwerbstätigen an, ein hohes Arbeitstempo sei verlangt, und 64 % gaben an, knappe Fristen einhalten zu müssen, welches der höchste Anteil im Ranking ist. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit in dieser Branche beträgt 39 h.

Erziehung und Unterricht weist geringste Belastung auf

Auf dem letzten Rang befinden sich Erziehung und Unterricht mit einem Indexwert von 2,54/10. In dieser Branche gaben nur 43 % der Befragten ein hohes Arbeitstempo an, und nur 33 % nannten knappe Fristen. Beide Werte sind die niedrigsten im Ranking für ihre jeweilige Kategorie. Dennoch weist die Branche eine relativ hohe durchschnittliche Arbeitszeit von 39,5 h pro Woche auf.

__________________________________________

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceVersicherungen und Risikomanagement
Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Methode:

  1. Die Experten der Karriereplattform JobLeads wollten herausfinden, welche Branchen in Deutschland die anspruchsvollsten Arbeitsbedingungen mit sich bringen.
  2. Dazu erhoben sie Daten vom European Working Conditions Survey 2021² zu den folgenden Metriken für jede Branche:
    1. Anteil der Befragten, die ein hohes Arbeitstempo angaben.
    2. Anteil der Befragten, die knappe Fristen angaben.
  3. Zusätzlich wurden Daten zu den durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitsstunden im Jahr 2024 für jede Branche vom Statistischen Bundesamt³ erhoben.
  4. Diese Faktoren flossen anschließend mit gleicher Gewichtung in einen Indexwert ein, nach dem die Branchen in absteigender Rangfolge in ein Ranking sortiert wurden.
  5. Die Daten wurden am 10. Juni 2025 erhoben und waren zu diesem Zeitpunkt korrekt.

Quellennachweis:

[1] – https://utopia.de/ratgeber/mikro-rente-soll-vor-burnout-schuetzen-das-steckt-hinter-dem-trend_817/ 621 

[2] – https://www.destatis.de/EN/Themes/Labour/Labour-Market/Quality-Employment/Dimension7/7_3_WorkIntensity.html

[3] – https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-Branche-Berufe/Tabellen/bruttomonats-verdienste-stichmonat.html 

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch angreifbar. In unserer 10-teiligen Beitragsserie zeigen wir die 10 größten Fehler bei der Kassennachschau.

Stella He, Unsplash
Gastro, Recht und Gewerbe

Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle. Was Betriebe dort finden – und warum sich ein Lesezeichen lohnt.

Gastronovi
Finanzen und Controlling

Gastronomen verschenken bis zu 70.000 Euro jährlich

Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian Jaentsch von Gastronovi hat die am häufigsten übersehenen Funktionen analysiert und gibt praxisnahe Tipps, wie Gastronomen ihre bestehende Infrastruktur besser ausschöpfen können.

Günther Dillingen, Pexels
Kostenmanagement

Parkraum als Umsatzbremse: Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten

Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während Dauerparker und Fremde Flächen blockieren, stehen Stellplätze außerhalb der Stoßzeiten leer. Wie lässt sich Parkraum so steuern, dass er die eigene Wertschöpfung unterstützt statt zu bremsen?

Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Branche und Trends

Erfolgreicher Einsatz gegen Lebensmittel-Abfälle

Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen versorgt 23 Seniorenresidenzen sowie Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Bis 2030 soll die Reduktion auf 50 Prozent gesteigert werden.

Weitere Artikel zum Thema

Gastronovi
Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian[...]
Gastronovi
Günther Dillingen, Pexels
Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während[...]
Günther Dillingen, Pexels
Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen[...]
Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Abhishek Navlakha, Pexels
Das Immobilienberatungsunternehmen Savills verzeichnet für das erste Quartal 2026 nur 163 Mio. Euro Transaktionsvolumen – ein deutlicher Rückgang. Doch die Zwölf-Monats-Bilanz fällt positiver aus. Warum die Betreiberseite zum bestimmenden Thema wird und welche Investoren jetzt[...]
Abhishek Navlakha, Pexels
Online Birds GmbH
Online Birds hat sein kostenfreies Analysetool Hotel Digital Score um den AI-Prompt-Score erweitert. Die neue Kennzahl zeigt datenbasiert, wie häufig ein Hotel in KI-generierten Antworten von Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity erscheint. Damit reagiert[...]
Online Birds GmbH
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.