Suche

Wenn der Versicherungsschutz einfriert

Der Winter birgt viele Gefahren für den Hotelier. Umsichtiges Handeln verhindert Schäden, der Rest lässt sich über eine passende Versicherung abdecken.

marianka1308 | Pixabaymarianka1308 | Pixabay

Bald heißt es wieder „Ski und Rodel gut“. Aber nicht jeder freut sich über Schnee und Kälte. Für Hoteliers bedeutet Winter vor allem Mehraufwand. Auf dem eigenen Gelände besteht Streu- und Räumpflicht (bitte genau dokumentieren, wer was gemacht hat), Leitungen müssen gegen Einfrieren gesichert werden und Dachüberstände auf mögliche Lawinen kontrolliert werden. Für Schäden, die trotzdem eintreten, steht eine Haftplichtversicherung für Haus- und Grundstückseigentümer ein.

Einige Besonderheiten gibt es bei Dachlawinen zu beachten: Nicht immer ist der Hauseigentümer für einen entstandenen Schaden haftbar zu machen. In schneearmen Regionen benötigt er beispielsweise keine Schneefanggitter. Sind Warnhinweise angebracht, sind Halter parkender Pkw und Fußgänger verpflichtet, drohenden Gefahren auszuweichen.

Im Gebäude selbst sollte der Hotelier regelmäßig auch die Räume kontrollieren, die nicht regelmäßig genutzt werden und diese vor Frost schützen. Hier verlaufende Wasserrohre können im Extremfall einfrieren und später einen Wasserschaden verursachen. Auch wenn Heizungen nach dem Sommer das erste Mal in Betrieb genommen werden, sollten alle Thermostate und der Heizkessel auf korrekte Funktion geprüft werden.

Partner aus dem HORECA Scout

Es gibt aber auch Schäden, die nichts mit Leitungsrohren und Elementareinflüssen zu tun haben. So blieb kürzlich ein Hotelier auf seinem Schaden sitzen, weil die Versicherung eine Anerkenntnis als Elementarschaden verweigerte. Der Fall: Schnee hatte sich auf dem Dach gesammelt und war am Tag angetaut und unter die Dachziegel gekrochen. Als nachts wieder der Frost einsetzte, wurden Dachziegel hochgedrückt und teilweise sogar gesprengt. Das Wasser trat ins Haus ein und verursachte einen erheblichen Schaden.

Ähnlich gelagert war der Fall eines Unternehmer, bei dem Feuchtigkeit hinter die Fassadenisolation gekommen war und bei Frost die Fassade großflächig abgesprengt hatte. Auch hier bezahlte die Versicherung mit einem Verweis auf die Bedingungen nicht: Die Beschädigung seinen weder als Leitungswasser-, noch als Elementarschaden einzustufen.

Versicherungstipp: Am Markt existieren mittlerweile Allgefahrenversicherungen, so genannte All-Risk-Versicherungen, die mit einer Police die allermeisten Winterschäden abdecken. Der Vorteil: Ausschlüsse gibt es kaum und werden, wenn vorhanden, explizit benannt. Da es sich um eine Versicherung und nicht um ein Versicherungspaket handelt, gibt es weder Überschneidungen, noch unversicherte Bereiche. Schäden wie Schneedruck oder Fassadenschäden sind dann sicher gedeckt.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceSoftware und Systeme
Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Autor:

Alexander Fritz (B. A. Versicherungswirtschaft) ist Geschäftsführer der Fritz & Fritz Risikoberatung UG (Margetshöchheim). Er ist auf Risikomanagement-Konzepte und Pakete zur Unternehmensabsicherung für die Hotellerie spezialisiert.

Themen in diesem Artikel
Versicherungen und RisikomanagementWinter

Kontakt: FRITZ & FRITZ GmbH
Tel: +49 (0) 931 / 468 65- 0, a.fritz@fritzufritz.de, www.fritzufritz.de

ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Warum Stornos bei der Kassennachschau zum Prüfungsrisiko werden

Die Kassennachschau kommt meist unangekündigt – und entscheidet sich selten an einem einzelnen Fehler, sondern an Mustern, Abläufen und Nachvollziehbarkeit. Gerade in der Gastronomie erleben wir immer wieder dieselben Schwachstellen: technisch oft korrekt, aber organisatorisch angreifbar. In unserer 10-teiligen Beitragsserie zeigen wir die 10 größten Fehler bei der Kassennachschau.

Stella He, Unsplash
Gastro, Recht und Gewerbe

Neue BGN-Themenseite „Küchenbetriebe“: Alles Wichtige zum Arbeitsschutz auf einen Blick

Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle. Was Betriebe dort finden – und warum sich ein Lesezeichen lohnt.

Gastronovi
Finanzen und Controlling

Gastronomen verschenken bis zu 70.000 Euro jährlich

Viele Gastronomen nutzen bereits digitale Kassensysteme, Reservierungstools oder Warenwirtschaftslösungen. Doch ein Großteil der integrierten Funktionen bleibt oft ungenutzt. Hochgerechnet auf ein Jahr kann sich das ungenutzte Potenzial auf über 70.000 Euro pro Betrieb belaufen. Christian Jaentsch von Gastronovi hat die am häufigsten übersehenen Funktionen analysiert und gibt praxisnahe Tipps, wie Gastronomen ihre bestehende Infrastruktur besser ausschöpfen können.

Günther Dillingen, Pexels
Kostenmanagement

Parkraum als Umsatzbremse: Warum ungenutzte Stellplätze Betriebe direkt Geld kosten

Keine Parkplätze, keine Gäste? In deutschen Städten verschärft sich die Stellplatzsituation – und wird für Gastronomen und Hoteliers zum handfesten Umsatzproblem. Doch das eigentliche Dilemma liegt nicht im Mangel, sondern in der ineffizienten Nutzung. Während Dauerparker und Fremde Flächen blockieren, stehen Stellplätze außerhalb der Stoßzeiten leer. Wie lässt sich Parkraum so steuern, dass er die eigene Wertschöpfung unterstützt statt zu bremsen?

Führungscrew der Augustinum Gastronomie mit Geschäftsführer Christoph Specht (rechts), Augustinum
Branche und Trends

Erfolgreicher Einsatz gegen Lebensmittel-Abfälle

Die Augustinum Gastronomie hat ihr selbstgestecktes Ziel zur Reduzierung von Lebensmittel-Abfällen deutlich übertroffen. Statt der angestrebten 30 Prozent wurden bereits 36 Prozent erreicht – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 228 Tonnen bundesweit. Das Unternehmen versorgt 23 Seniorenresidenzen sowie Schulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Bis 2030 soll die Reduktion auf 50 Prozent gesteigert werden.

Weitere Artikel zum Thema

Stella He, Unsplash
Die Küche zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen im Gastgewerbe – doch die Anforderungen an Arbeitsschutz und Unfallprävention waren bislang über zahlreiche Dokumente verstreut. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe ändert das jetzt mit einer zentralen Anlaufstelle.[...]
Stella He, Unsplash
Monstera Production, Pexels
Gute Nachrichten für Betriebe in der Gastronomie und Hotellerie: Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe senkt die durchschnittliche Beitragslast für 2025 um vier Prozent. Gleichzeitig zeigt die langfristige Unfallstatistik eine deutlich positive Entwicklung. Doch die Kosten[...]
Monstera Production, Pexels
Rolf Klein
Politische und gesellschaftliche Verschiebungen treffen privates Vermögen häufig indirekt: über neue Transparenzpflichten, engere Kontrollmechanismen und veränderte Zugriffsmöglichkeiten. Im Gastgewerbe erhöht sich das Risiko zusätzlich, weil Einkommen und Vermögensstruktur oft stark am Betrieb, am Standort und[...]
Rolf Klein
Dennis112, Pixabay
Wegeunfälle kosten Zeit und Geld – doch viele Betriebe glauben, sie könnten daran nichts ändern. Ein Irrtum: Mit den richtigen Werkzeugen lassen sich Mobilitätsrisiken systematisch senken. Die BGN zeigt, wie das funktioniert.[...]
Dennis112, Pixabay
PelfWave
Personalausfall im Restaurant löst eine Kettenreaktion aus: Mehr Schichten für andere, höhere Belastung, neue Ausfälle. 44 Prozent Fluktuation und 40 Prozent unbesetzte Stellen zeigen – wer qualifiziertes Personal hält, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil. Doch[...]
PelfWave
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.