Suche
Anzeige

Deutsche Urlauber buchen fast ausschließlich online – trotz schlechter Erfahrungen mit Buchungswebseiten

  • Digitale Buchungskanäle dominieren mit 70 Prozent das Reiseverhalten der Deutschen, obwohl 42 Prozent bei der Buchung mit plötzlichen Preisänderungen und 35 Prozent mit kurzfristigen Verfügbarkeitsänderungen konfrontiert sind.
  • KI-Tools werden zwar von zwei Dritteln der Urlauber zur Inspiration genutzt, doch nur jeder Fünfte vertraut einer KI seine tatsächliche Flug- oder Hotelbuchung an – die Technologie ist noch nicht reif für den gesamten Buchungsprozess.
  • Online-Buchungsportale liefern laut 71 Prozent der Befragten eine bessere Nutzererfahrung als traditionelle Reiseanbieter – Hotels und Veranstalter sollten ihre Buchungsstrecken wie einen Conversion-Funnel behandeln und gezielt Abbruchmomente identifizieren und beheben.

Firmbee, PixabayFirmbee, Pixabay

Deutsche Urlauber buchen immer digitaler. 70 Prozent haben ihre letzte Reise ausschließlich online recherchiert und gebucht, und rund zwei Drittel haben bei der Planung schon auf künstliche Intelligenz (KI) zurückgegriffen. Das hat eine aktuelle Umfrage des Markt- und Kundenforschungsspezialisten UserTesting unter 1.000 Verbrauchern ergeben.

Demnach sind Online-Buchungsportale wie Booking.com, Expedia und Kayak inzwischen erste Anlaufstelle für 88 Prozent der Reiselustigen – trotz häufiger Frusterlebnisse wie undurchsichtiger Preisgestaltung und kurzfristigen Verfügbarkeitsänderungen. Nur knapp 11 Prozent der Befragten haben ihren letzten Urlaub noch persönlich im direkten Kontakt mit einem Reiseveranstalter oder Reisebüro gebucht.

KI spielt hauptsächlich bei der Inspiration eine Rolle

Obwohl ein Großteil der Verbraucher schon mit künstlicher Intelligenz experimentiert hat, kommen KI-Tools wie ChatGPT und Layla.ai bisher vor allem zum Einsatz, um Inspiration zum Urlaubsziel (31%) zu finden sowie Reiseroute und Aktivitäten festzulegen (26%).

Partner aus dem HORECA Scout

Komplette Urlaubsbuchungen per KI sind dagegen wohl noch Zukunftsmusik: Obwohl 45 Prozent der Befragten planen, KI in diesem Jahr bei der Reiseplanung zu nutzen, würde nur jeder Fünfte seine Flug- oder Hotelbuchung einem KI-Tool anvertrauen. Lediglich 17 Prozent glauben, dass KI-gestützte Online-Buchungen kurzfristig traditionelle Reisebüros ersetzen werden.

Fehlende Transparenz und Preisänderungen verursachen Frust

Einen guten Preis zu finden ist bei der Reiseplanung das wichtigste Kriterium für die Deutschen (68%) – und zugleich der größte Zeitfresser. Über die Hälfte der Befragten (55%) findet die Suche nach den besten Angebote und Rabatten besonders zeitaufwendig. Fast genauso viele (48%) verbringen erhebliche Zeit damit, zu berechnen, was ihr Urlaub insgesamt kosten wird.

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceSteuernSoftware und Systeme
Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

Erschwert wird die Recherche oft durch fehlende oder schlecht auffindbare Informationen. Mehr als ein Drittel (34%) bemängelte eine nicht transparente Preisgestaltung oder versteckte Zusatzkosten; 29 Prozent beklagten ungenaue, fehlende oder veraltete Informationen.

Themen in diesem Artikel
Branche und TrendsMarketing

Auch der Buchungsvorgang selbst ist oft voller Hindernisse. 42 Prozent der Umfrageteilnehmer waren bei der Buchung mit plötzlichen Preisänderungen konfrontiert; 35 Prozent berichteten von kurzfristigen Änderungen bei der Verfügbarkeit. Komplizierte Buchungsvorgänge (21%), Schwierigkeiten, den Kundenservice zu kontaktieren (21%), sowie technische Probleme (17%) sorgten ebenfalls für Ärger.

Buchungsportale bieten die beste Nutzererfahrung

Bei der Nutzererfahrung haben Online-Portale die Nase weit vorn: 71 Prozent der Befragten finden, dass OTAs ein besseres Buchungserlebnis bieten als die Webseiten traditioneller Reiseanbieter.

Das schlechteste Buchungserlebnis bescheinigten die Umfrageteilnehmern KI-Tools (35%), gefolgt von Airline-Webseiten (24%).

Lesen Sie auch
Recht und ComplianceRechtsprechung und UrteileArbeitszeit, Dienstplan, und Schichtplanung
Attest ab Tag 1, Telefon-AU vor dem Aus: Was auf Hoteliers und Gastronomen zukommt

Übrigens: Ob ihr Urlaub später auf Instagram gut aussieht, kümmert nur 3 Prozent der Verbraucher.

An der Online-Umfrage nahmen 1.001 deutsche Erwachsene teil.

Pavel Danilyuk, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Kassenpflicht ab 100.000 Euro: Was auf Gastronomie und Hotellerie zukommen könnte

Der Papierbon soll fallen, die elektronische Kasse zur Pflicht werden, und wer künftig keinen Beleg bereitstellt, müsste erstmals ein Bußgeld zahlen. Der Entwurf aus dem Bundesministerium der Finanzen sieht die Kassenpflicht ab 2028 vor und legt die nächste Stufe unterhalb der 100.000-Euro-Grenze bereits an. Beschlossen ist noch nichts, doch die Richtung ist erkennbar.

Markus Winkler, Pexels
Gastro, Recht und Gewerbe

Der Strohhalm als Prüffall: Was die neuen PFAS-Grenzwerte für die Gastronomie bedeuten

Seit dem 12. August gelten in der EU erstmals Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Zwei Monate später folgt ein zweiter Stichtag, der Papier und Karton im Lebensmittelkontakt direkt trifft. Für Gastronomiebetriebe wird damit ein Cent-Artikel zum Compliance-Thema. Und ausgerechnet die Alternative, auf die nach dem Plastikverbot fast alle umgestiegen sind, ist die am häufigsten belastete.

Markus Höfemann
Branche und Trends

Gastfreundschaft 2035 – Zehn Thesen von Niels Battenfeld zur Zukunft der Privathotellerie

Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt nicht auf Technologie, sondern auf das Gefühl, das bleibt: Wie sieht Gastfreundschaft im Jahr 2035 aus, wenn wirtschaftliche Effizienz und echte Begegnung zusammenspielen müssen?

Waldemar Brandt, Unsplash
Allgemeine Haustechnik

Gasträume kühlen ohne Umbau: Worauf es bei mobilen Klimageräten und Luftreinigern ankommt

Wenn eine fest installierte Klimaanlage nicht möglich ist, bleiben mobile Klimageräte und Luftreiniger die praktikable Lösung für Gasträume. Entscheidend sind drei Dinge: die richtige Kühlleistung für die Raumgröße, ein Gerät mit zwei Schläuchen statt einem und eine Aufstellung, die Gäste nicht durch Lärm oder Zugluft stört. Der Rest ist Betriebsführung.

Weitere Artikel zum Thema

Arif Riyanto, Unsplash
Fünf bis sechs von 100 Beschäftigten in der Hotellerie fehlen täglich krankheitsbedingt – Tendenz über zehn Jahre klar steigend. Warum ausgerechnet psychische Belastungen zum wachsenden Problem werden und wo sich trotzdem ein Lichtblick zeigt.[...]
Arif Riyanto, Unsplash
Markus Höfemann
Wird die Hotellerie von morgen von Künstlicher Intelligenz bestimmt – oder von etwas ganz anderem? Niels Battenfeld, Gründer der Lieblingsplatz Hotels, setzt in zehn zugespitzten Thesen einen bewussten Kontrapunkt zur gängigen Transformationsdebatte. Seine Kernfrage zielt[...]
Markus Höfemann
RECUP
Ein mintfarbener Becher, den fast jeder kennt – nach zehn Jahren stellt sich die Frage: Wie verändert man eine etablierte Marke, ohne ihren Wiedererkennungswert zu riskieren? Zum Jubiläum wagt Deutschlands größtes Mehrwegsystem genau diesen Spagat[...]
RECUP
Erlenbacher
Kaffee und Kuchen gelten als solides Nachmittagsgeschäft – doch eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt: Das klassische Duo kann weit mehr. Warum entscheidet nicht der Preis, sondern die Auswahl über den nächsten Besuch? Und weshalb reagiert[...]
Erlenbacher
TheFork
Reservierung, Tischplanung, Gästekommunikation und Zahlung laufen in vielen Restaurants längst digital – aber oft noch nebeneinander. Gastautor Carlo Carollo von TheFork erklärt, warum der nächste Schritt nicht noch mehr einzelne Tools sind, sondern besser vernetzte[...]
TheFork
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.