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Mental Health Day – Psychische Belastung in der Gastronomie im Fokus

Die Gastronomie zählt laut EWCS 2024 zu den anstrengendsten Branchen in Deutschland, mit dauerhaft hohem Arbeitstempo und überdurchschnittlichen Krankenständen, maßgeblich bedingt durch psychische Belastungen. Ein Erfahrungsbericht einer Servicekraft verdeutlicht die Überforderung. SIDES-Geschäftsführer Björn Wisnewski betont die Notwendigkeit, psychische Gesundheit durch faire Schichtpläne, transparente Kommunikation und digitale Lösungen wie Self-Order-Terminals und automatisierte Prozesse zu fördern, um die Branche zukunftsfähig zu machen. Der Mental Health Day erinnert daran, psychische Gesundheit nicht zu tabuisieren und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Mikhail Nikov, PexelsMikhail Nikov, Pexels

Laut der European Working Conditions Survey (EWCS) 2024 gehört das Gastgewerbe zu den anstrengendsten Branchen in Deutschland. Besonders auffällig ist, dass 71 Prozent der Befragten ein dauerhaft hohes Arbeitstempo beschreiben – ein Wert, der in keiner anderen Branche so hoch ausfällt. Gleichzeitig zeigen Krankenkassenstatistiken, dass die Krankenstände im Gastgewerbe mit Werten zwischen 10,2 und 13,6 Prozent deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft liegen. Psychische Erkrankungen sind dabei ein zentraler Faktor. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, deren Alltag oft von Überforderung geprägt ist.

Ein Erfahrungsbericht, den eine Servicekraft anonym auf Reddit teilte, macht das deutlich: „Seit Februar 2025 arbeite ich in einem Restaurant der Sternegastronomie. […] Ich arbeite wöchentlich 55-60 Stunden und wenn ich Glück habe mache ich 20 Minuten Pause am Tag um etwas zu essen.“ Solche Stimmen verdeutlichen, dass es nicht um Einzelfälle geht, sondern um ein strukturelles Problem.

„Wenn die Gastronomie zukunftsfähig bleiben will, müssen wir die psychische Gesundheit unserer Mitarbeitenden in den Fokus rücken. Faire Schichtpläne, transparente Kommunikation und Entlastung im Alltag sind dabei entscheidend. Digitale Lösungen können einen echten Unterschied machen: Self-Order-Terminals und QR-Bestellungen nehmen Servicekräften Arbeit ab, automatisierte Küchen- und Kassenprozesse reduzieren Druck, und digitale Personalplanung sorgt für mehr Planbarkeit und Gerechtigkeit“, erklärt Björn Wisnewski, Geschäftsführer und Gründer von SIDES.

Partner aus dem HORECA Scout

Der Mental Health Day erinnert uns daran, dass psychische Gesundheit kein Tabuthema sein darf. Als Anbieter digitaler Komplettlösungen für die Gastronomie möchte SIDES seinen Beitrag dazu leisten, die Arbeitsbedingungen in der Branche nachhaltig zu verbessern – nicht, indem Menschen ersetzt werden, sondern indem ihnen der Rücken freigehalten wird.

Quellen:

Erfahrungsbericht einer Servicekraft auf Reddit (Februar 2025, anonymisiert)
European Working Conditions Survey (EWCS) 2024 – Eurofond
AOK Gesundheitsreport – AOK Bundesverband
 

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