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Soft Skills im Gastgewerbe: 5 Expertentipps für Bewerbungsgespräche

Soft Skills gewinnen bei Bewerbungen zunehmend an Bedeutung – besonders in personalintensiven Branchen wie dem Gastgewerbe. Gefragt sind Kompetenzen wie Kommunikation, Flexibilität und Problemlösung. Fünf praxisnahe Tipps zeigen, wie Soft Skills im Interview überzeugend vermittelt werden können.

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1. Effektiv kommunizieren

Viele Bewerbungsgespräche beinhalten Fragen wie: „Können Sie eine Situation beschreiben, in der Sie erfolgreich mit einem unzufriedenen Kunden kommuniziert haben?“

Bei der Beantwortung solcher Fragen ist die STAR-Methode (Situation, Task, Action und Result) besonders hilfreich, da sie Ihrer Antwort eine klare Struktur verleiht, die für den Personaler leicht zu verstehen und zu beurteilen ist.

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Beispielsweise könnte eine Antwort so formuliert werden: „In meinem vorherigen Job war ein Kunde mit einer Nussallergie damit unzufrieden, dass auf der Speisekarte nicht ausgezeichnet war, welche Gerichte Nüsse enthalten. Daraufhin habe ich mit meinem Vorgesetzten gesprochen und dem Kunden die Allergieinformationen schnellstmöglich mitgeteilt, sowie einen Rabatt für die Unannehmlichkeiten angeboten.“

Effektive Kommunikation kann aber nicht nur durch eine kommunikationsbezogene Frage demonstriert werden. Auch bei der Antwort anderer Fragen oder kurzen Unterhaltungen vor oder nach dem Gespräch ist es wichtig, effektiv zu kommunizieren, um dem Personaler die Fähigkeit live zu demonstrieren. Der richtige Ton, klare Wortwahl, freundliche Körpersprache und das richtige Fachvokabular sind hierbei besonders wichtig.

2. Flexibilität zeigen

Wie auch Kommunikation sind Flexibilität und Anpassungsfähigkeit unter den wichtigsten Soft Skills im Gastgewerbe, da besonders die Interaktion mit Kunden unvorhergesehene Situationen und Probleme mit sich bringen kann. Oft werden im Bewerbungsgespräch daher Fragen zu Situationen gestellt, in denen mehrere Kunden gleichzeitig Anliegen hatten oder Verzögerungen in internen Abläufen die Kundenzufriedenheit gefährdeten, und wie der Bewerber damit umgegangen ist. Oft kann es hilfreich sein, hierfür ein Beispiel vorzubereiten, um nicht lange darüber nachdenken zu müssen. Auch in anderen Aspekten im Interview selbst kann man allerdings Flexibilität gut demonstrieren, z.B. wenn eine unerwartete Frage gestellt wird und der Bewerber dennoch fokussiert und intelligent mit der Situation umgeht. Sollte sich an den Umständen des Bewerbungsgesprächs etwas ändern, beispielsweise der Raum oder die Präsentationstechnik, kann sich ein Bewerber gut dadurch profilieren, wenn er oder sie mit diesen Veränderungen souverän umgeht, und beispielsweise bei einem defekten Klicker bei einer Präsentation auf ein Mousepad umstellt. So wird auch gleichzeitig Problemlösungskompetenz demonstriert.

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3. Bei herausfordernden Fragen ruhig und selbstbewusst auftreten

Häufig werden in Bewerbungsgesprächen auch unangenehme Fragen gestellt, wie „Können Sie einen Fehler beschreiben, den Sie in einem früheren Job gemacht haben, und wie Sie heute damit umgehen würden?” Ein weiteres Beispiel: „Ich sehe, dass in Ihrem Lebenslauf noch keine Erfahrung mit einer von uns stark genutzten Software vorhanden ist. Wie würden Sie mit dieser Kompetenzlücke in unserer Stelle umgehen?”

Themen in diesem Artikel
Personalentwicklung

In beiden Situationen ist es wichtig, Belastbarkeit zu demonstrieren. Bleiben Sie körperlich ruhig und antworten Sie selbstbewusst. Stehen Sie zu Lücken und geben Sie stattdessen Beispiele Ihrer Lernfähigkeit oder übertragbarer Fähigkeiten. Im Beispiel eines früheren Fehlers ist es wichtig zu zeigen, dass man über diese Situation hinausgewachsen ist und eine gute Strategie zur Verbesserung erarbeitet hat. Im Falle einer fehlenden Kompetenz können ähnliche Fähigkeiten, Projekte oder Software-Skills aus früheren Jobs demonstrieren, dass Sie zum neuen Job auch mit Herausforderungen in der Lage sind. Diese Ähnlichkeiten jobübergreifend zu erkennen, demonstriert außerdem Kreativität, Intelligenz und Problemlösungskompetenz.

4. Empathie auch gegenüber dem Personaler zeigen

In einer belastenden Situation wie einem Bewerbungsgespräch denken viele Bewerber gar nicht daran: der Interviewer Ihnen gegenüber ist auch nur ein Mensch. Nehmen Sie sich vor Ihrem Gespräch kurz Zeit, sich in Ihren Personaler oder Ihre Personalerin einzudenken. Wie kann ich das Gespräch freundlicher und entspannter gestalten? Wenn Sie gut mit Kunden umgehen können, warum nicht auch mit Ihrem Personaler? Was sucht der Personaler vielleicht am meisten in diesem Bewerbungsgespräch? Wie können wir uns gegenseitig weiterhelfen? All diese Gedanken können die Qualität des Gesprächs und die Klarheit der Kommunikation verbessern. Außerdem können Sie so Teamfähigkeit und guten Umgang mit Mitarbeitern im Allgemeinen demonstrieren und einen bleibenderen positiven Eindruck hinterlassen, als Bewerber, die nur ihre eigene Chance im Kopf haben.

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5. Mit Eigeninitiative über Erwartungen hinausgehen

Ein weiterer geschätzter Soft Skill ist die Eigeninitiative. In einem festgelegten Format wie dem Bewerbungsgespräch kann es schwierig erscheinen, Eigeninitiative zu demonstrieren. Falls nicht direkt nach einer Beispielsituation zum Thema gefragt wird, kann es daher helfen in anderen Fragen Situationen einfließen zu lassen, in denen Sie zusätzlich zur erfragten Fähigkeit auch Eigeninitiative gezeigt haben. Im Beispiel des unzufriedenen Kollegen unter Punkt 1 könnten Sie andere Maßnahmen hinzufügen, die Sie vielleicht ergriffen haben, um das Problem zu beheben. Falls Sie, im obigen Kundenbeispiel mit der Nussallergie, zum Beispiel dafür gesorgt haben, dass einen neue Speisekarte mit der gewünschen Information zu Allergenen gedruckt wird, um weiterer Kundenunzufriedenheit vorzubeugen, zeigt dies, dass Sie das Problem selbst in die Hand genommen haben und die Situation für alle verbessert haben. Demonstrieren Sie, dass Sie Lücken oder Schwachstellen erkennen können und angehen, bevor sie ein Problem sind, ohne darauf aufgefordert zu werden.

Auch im Nachgang eines Bewerbungsgesprächs kann Eigeninitiative zum Erfolg verhelfen. Mit aufmerksamer und aktiver Kommunikation nach dem Gespräch können sich Bewerber ebenfalls von der Masse abheben, z.B. durch ein einfaches Dankeschön für das Gespräch.

Mehr Informationen

[1] – https://jobmonitor.de/berufe/report?month=2025-04

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