Suche

5 Erfolgsfaktoren für das Gastgewerbe 2.0

Durch die Pandemie haben die Visionäre unter den Gastwirten und Unternehmern die Möglichkeit bekommen, vormals zukunftsorientierte Überlegungen schon jetzt umzusetzen oder zumindest zu testen. Die Gastronomie wird sich verändern, da sind sich die beiden Experten Gerassimos Miaris, Geschäftsführer der ETAMIO GmbH, und Frederic Ziehm, Director of Operations der SHAHIA GmbH einig und stellen in einem gemeinsamen Gespräch die fünf wichtigsten Erfolgsfaktoren heraus.

halbergman | iStockphotohalbergman | iStockphoto

Gerassimos Miaris hat im letzten Jahr einen großen Wandel in Deutschlands Gastrobetrieben festgestellt. Durch Fördermittel der Bundesregierung für die verschiedensten Zwecke haben sich Gastronomen und Betreiber teilweise komplett neu aufgestellt. Zum einen sind neue Geschäftszweige hinzugekommen, zum anderen wurden Arbeitsabläufe durch Digitalisierungsprozesse so weit optimiert, dass Mitarbeiter auf der einen Seite neu eingestellt werden mussten und auf der anderen Seite für bestimmte Bereiche garnicht mehr gebraucht werden. Im Hygiene Bereich wurden ebenfalls innovative Konzepte entwickelt, welche das Gastgewerbe nachhaltig verändern werden. Frederic Ziehm sieht allerdings auch einen stärkeren Verdrängungsprozess, da zukunftsorientierte Lösungen in vielen Betrieben garnicht umgesetzt werden. „Gerade auf dem Land scheuen sich Betreiber oft, neue Wege zu gehen.“ Beide Branchenexperten sehen die Entwicklung im Gastgewerbe trotz härterer Bedingungen äußerst positiv. „Gastronomen sollten die Zeichen der Zeit bewusst wahrnehmen und Veränderungen im Betrieb zulassen und fördern“, so Miaris, und bezieht sich damit auf die fünf entscheidenden Faktoren für zukunftsweisende Gastronomie:

Faktor 1: Hygienestandards auf neuem Level

Durch die Pandemie haben Gaststronomien Ihre Hygiene Konzepte überarbeitet und auf ein ähnliches Niveau wie Krankenhäuser gebracht. Diese Maßnahmen bleiben auch in Zukunft bestehen und fördern die Gesundheit von Gästen und Mitarbeitern nachhaltig. Durch die hohen Standards werden schwarze Schafe bei Kontrollen ausgesiebt. Nun liegt es an den örtlichen Gesundheitsämtern, die Hygienesituation in den Betrieben regelmäßig und stringent nachzuverfolgen. „Für eine klare Linie braucht das Gastgewerbe kontinuierliche Unterstützung von offizieller Seite, ansonsten haben verantwortungsbewusste Unternehmen das Nachsehen“, erklärt Frederic Ziehm.

Partner aus dem HORECA Scout

Faktor 2: Gastronomie findet nicht mehr nur lokal statt

Food Tastings, Weinkurse, Lieferservice, Onlineshops, Merchandise, hauseigene Getränke Brands, Industriekooperationen oder eigene Apps zur Kundenbindung sind ein Teil der betrieblichen Erweiterungen und Optimierungen der Vertriebskanäle, die sich binnen eines Jahres exponentiell im Gastgewerbe entwickelt haben. „Diese Geschäftszweige werden bestehen bleiben, auch wenn sie durch die Öffnung der Gastronomie nicht mehr ganz so extrem bespielt werden.“ Ist sich Frederic Ziehm sicher.

Faktor 3: Der Gastrobesuch wird teurer als bisher

Verbraucher müssen sich auf steigende Preise bei Restaurant- und Barbesuchen einstellen. Der Grund dafür sind zum einen Anpassungen des Mindestlohns, Preissteigerungen bei grundlegenden Ressourcen wie zum Beispiel Strom, Diesel und Rohmaterial. Zum anderen sind neue Hygiene Standards mit einem Mehraufwand für den Gastgeber zu betrachten. Die ganzheitliche Optimierung vieler Gastronomiebetriebe bringt allerdings auch wesentliche Vorteile und mehr Qualität in Deutschlands Getränke- und Speiselokale. „Das wird der Gast merken und zu schätzen wissen.“, ist sich Gerassimos Miaris sicher.

Lesen Sie auch
Software und SystemeBranche und Trends
No-Shows in der Gastronomie: Ursachen, wirtschaftliche Auswirkungen und wirksame Gegenmaßnahmen im Reservierungsmanagement

Faktor 4: Soziale Medien sind wichtig, aber nicht alles

Während der Pandemie haben viele Unternehmer die sozialen Medien erfolgreich genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen, weiterhin mit Kunden und Gästen zu kommunizieren und ihre Produkte und Dienstleistungen zu vertreiben. Facebook, Instagram und Co. gehören mittlerweile dazu, allerdings wird es weiterhin Gäste geben, die ohne Online-Portale den Weg ins Restaurant finden werden. Hierbei gilt es die richtige Mischung im Marketing zu finden, Kundenstopper am Straßenrand sind deswegen weiterhin ein Anteil der Unternehmenskommunikation.

Themen in diesem Artikel
ManagementPrognose

Faktor 5: Gastrosterben auf dem Land

Die Verdrängung der Gastronomie auf dem Land ist keine Neuigkeit, diese Entwicklung bestätigt sich schon seit Jahren. Landgasthöfe, Ausflugslokale, und Wirtshäuser können den Spagat zwischen saisonalem Geschäft, witterungsabhängigen Gästezahlen, Mitarbeitern mit höchst flexiblen Arbeitszeiten und Mindestlohn nur noch schwer bewältigen. Es gibt in diesem Bereich natürlich Ausnahmen, Unternehmer, die neue Wege gehen und nicht in alten Mustern stecken bleiben. Der Unternehmer auf dem Land muss flexibel genug sein, auf äußere Einflüsse zeitnah zu reagieren und wechselhafte Kundenbedürfnisse zu erkennen und befriedigen zu können.
Unabhängig von diesen Faktoren betonen beide Branchenexperten, Gerassimos Miaris als auch Frederic Ziehm, dass gute Produktqualität, ein ausdrucksstarkes, konzepttreues Ambiente und ein ehrlicher und herzlicher Service auschlaggebend sind und auch bleiben werden, wenn man langfristig und erfolgreich Gastronomie betreiben möchte.

TheFork
Branche und Trends

No-Shows in der Gastronomie: Ursachen, wirtschaftliche Auswirkungen und wirksame Gegenmaßnahmen im Reservierungsmanagement

Nicht wahrgenommene Reservierungen zählen zu den wirtschaftlich relevantesten Einflussfaktoren im Gastronomiebetrieb und wirken sich unmittelbar auf Umsatz und Auslastung aus. Aktuelle Marktauswertungen zeigen zugleich, dass sich No-Shows durch strukturierte Prozesse im Reservierungsmanagement deutlich reduzieren lassen. Welche Maßnahmen führen dabei in der Praxis zu stabileren Abläufen?

Gemini
Kostenmanagement

KI in der Spülküche: Wenn die Maschine erkennt, was sie spült

Bandspülmaschinen mit Kameras, Untertischgeräte mit Lernkurve, Spülanlagen mit dynamischer Energieverteilung – die Hersteller bringen Künstliche Intelligenz in einen der unterschätztesten Bereiche der Profi-Küche. Ein Überblick über drei Ansätze, die sich erkennbar unterscheiden.

SumUp, Unsplash
Finanzen und Controlling

E-Rechnungspflicht: Warum Hospitality-Betriebe jetzt handeln müssen

Die digitale Rechnungsstellung wird zur gesetzlichen Pflicht – und das schneller als viele denken. Während der Empfang elektronischer Rechnungen bereits seit Jahresbeginn verpflichtend ist, müssen Hotels und Restaurants ab 2027 schrittweise auch beim Versand umstellen. Wer weiterhin auf Papier oder simple PDF-Dokumente setzt, riskiert Compliance-Probleme. Die HGK Hotel- und Gastronomie-Kauf eG bietet mit einer cloudbasierten Lösung einen Weg, der ohne umfangreiche IT-Projekte auskommt.

Luciano Oliveira, Unsplash
Marketing

Alle 104 Spiele, drei WM-Kanäle, ein Frühstücksclub: So zeigen Telekom und Sky die Fußball-WM 2026

Wenn die WM um drei Uhr morgens anpfeift: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika stellt das deutsche Publikum vor eine ungewohnte Frage: Wie schaut man eigentlich gemeinsam, wenn die Spiele mitten in der Nacht laufen? Telekom und Sky haben darauf jetzt eine gemeinsame Antwort gefunden – mit allen 104 Spielen in der Gastronomie, drei eigenen WM-Kanälen und einem „Breakfast Club“ für die frühen Stunden.

Anastasia Ilina-Makarova, Pexels
Branche und Trends

HolidayCheck Bewertungs-Report 2026: Wie unterschiedlich Generationen bewerten – von objektiver Recherche bis zur digitalen Selbstinszenierung

Fünf Sterne oder ein TikTok-Video? Eine repräsentative Studie zeigt: Wie Menschen Hotelbewertungen nutzen und verfassen, hängt stark vom Alter ab. Während Babyboomer systematisch mehrere Plattformen vergleichen, entscheidet die Gen Z spontan und emotional – und vertraut dabei besonders auf Social Media. Was bedeutet diese Verschiebung für Hoteliers und Gastronomen?

Weitere Artikel zum Thema

TheFork
Nicht wahrgenommene Reservierungen zählen zu den wirtschaftlich relevantesten Einflussfaktoren im Gastronomiebetrieb und wirken sich unmittelbar auf Umsatz und Auslastung aus. Aktuelle Marktauswertungen zeigen zugleich, dass sich No-Shows durch strukturierte Prozesse im Reservierungsmanagement deutlich reduzieren lassen.[...]
TheFork
Luciano Oliveira, Unsplash
Wenn die WM um drei Uhr morgens anpfeift: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika stellt das deutsche Publikum vor eine ungewohnte Frage: Wie schaut man eigentlich gemeinsam, wenn die Spiele mitten in der Nacht laufen? Telekom[...]
Luciano Oliveira, Unsplash
Anastasia Ilina-Makarova, Pexels
Fünf Sterne oder ein TikTok-Video? Eine repräsentative Studie zeigt: Wie Menschen Hotelbewertungen nutzen und verfassen, hängt stark vom Alter ab. Während Babyboomer systematisch mehrere Plattformen vergleichen, entscheidet die Gen Z spontan und emotional – und[...]
Anastasia Ilina-Makarova, Pexels
DZG
Die Bundesregierung senkt ihre Wachstumsprognose, die Steuereinnahmen brechen ein – und plötzlich wird die Verteilungsdebatte härter. Für Hotellerie, Gastronomie und Tourismus könnte das zur Zerreißprobe werden: Wer nicht laut genug für seine Relevanz wirbt, riskiert[...]
DZG
Martin Soler, Unsplash
Seit über zwei Jahrzehnten zeichnet das 196+ forum München herausragende Hotelimmobilien aus. Noch bis Ende Juni können sich europäische Hoteliers, Entwickler und Architekten für die diesjährige Ausgabe bewerben. Gefragt sind Konzepte, die gestalterische Exzellenz mit[...]
Martin Soler, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.