KI-Einsatz in der Branche nimmt Fahrt auf
Die Zahlen belegen einen klaren Trend: Bereits drei Viertel aller Hotelketten arbeiten mit KI-gestützten Systemen. Weitere 89 Prozent wollen ihre Investitionen in diesem Bereich innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre ausbauen. Der Orientierungsbedarf ist entsprechend hoch – Betriebsleiter suchen nach konkreten Anwendungsfällen, Erfahrungswerten und erprobten Lösungen.
Die INTERNORGA 2026 greift diese Nachfrage auf und richtet erstmals eine eigene AI AREA ein. Auf dieser Sonderfläche präsentieren spezialisierte Anbieter und Start-ups ihre Entwicklungen. Das Spektrum reicht von Prognosesystemen für die Warenbedarfsplanung über automatisierte Gästekommunikation bis hin zu Werkzeugen für dynamisches Pricing und Prozessoptimierung. Unternehmen wie Foodforecast Technologies, Foodnotify, Chatlyn, RechnungsWächter oder Menoovo stehen vor Ort für Fachgespräche bereit.
„Im Foodservice entscheidet oft jede Stunde über Umsatz oder Abschriften. KI hilft Betrieben, ihre Produktion präziser zu steuern – effizienter, mit weniger Verschwendung und ohne Abstriche bei Qualität und Frische. Auf der INTERNORGA zeigen wir, wie das in der Praxis funktioniert“, erläutert Justus Lauten, Geschäftsführer von Foodforecast Technologies.
Digitale Bezahlsysteme und Self-Service gewinnen an Bedeutung
Neben KI-Anwendungen rücken auch moderne Zahlungslösungen in den Fokus der Messepräsentation. Gäste erwarten zunehmend kontaktlose und schnelle Bezahlvorgänge – ein Anspruch, der sich mit klassischen Abrechnungsprozessen kaum noch erfüllen lässt. Marktbeobachtungen bestätigen: Embedded-Finance-Lösungen, komplett bargeldlose Abwicklungen und Self-Service-Terminals etablieren sich in immer mehr Betrieben als Standard.
Wie sich Serviceprozesse durch digitale Werkzeuge straffen lassen, demonstrieren führende Systemanbieter auf der Messe. Lightspeed POS Germany etwa zeigt ein Kassensystem, das Bestellerfassung, Zahlungsabwicklung, Lagerverwaltung und Auswertungsfunktionen in einer Plattform bündelt. Zenchef präsentiert eine Komplettlösung für Reservierungsmanagement und Online-Bestellungen, über die sich sämtliche Gästekontakte zentral steuern lassen.
OpenTable demonstriert Werkzeuge zur Auslastungsplanung und zur Erhöhung der Online-Sichtbarkeit. DELIVERECT zeigt, wie sich Lieferdienste nahtlos in das Bestellmanagement einbinden lassen – ohne Medienbrüche zwischen verschiedenen Plattformen.
Vernetzte Plattformen als Basis für effiziente Abläufe
Corporate-Performance-Management-Systeme bilden das Rückgrat moderner Betriebsführung. Sie verbinden unterschiedliche Funktionsbereiche zu einer integrierten Steuerungsebene und schaffen damit die Grundlage für Automatisierung und datenbasierte Entscheidungen. Laut aktuellen Marktanalysen verzeichnen insbesondere cloudbasierte Software-as-a-Service-Angebote (SaaS) im Hospitality-Bereich ein dynamisches Wachstum.
Die INTERNORGA 2026 macht diese Entwicklung greifbar: Mews Systems stellt cloudbasierte Hospitality-Plattformen vor, die Buchung, Check-in, Housekeeping und Zahlungsvorgänge in einem System abbilden – geeignet auch für Hotels mit eigenem Gastronomiebetrieb. vioma zeigt Lösungen, die Reservierung, Gästekommunikation und Bewertungsmanagement kombinieren und damit vor allem im Online-Vertrieb Vorteile schaffen.
Vectron Systems präsentiert Kassensysteme mit leistungsfähiger Backoffice-Anbindung, die sich für Betriebe mit hohem Transaktionsaufkommen eignen. Für kleinere Unternehmen bietet 3POS kompakte, intuitiv bedienbare Systeme, die das Tagesgeschäft effizient abbilden.
Fazit
Die INTERNORGA 2026 bündelt vom 13. bis 17. März in Hamburg über 100 Anbieter digitaler Lösungen und schafft damit eine Plattform für praxisnahen Austausch. Mit der AI AREA setzt die Messe einen klaren Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz – ein Bereich, in den drei Viertel der Hotelketten bereits investiert haben und den neun von zehn in den kommenden zwei Jahren weiter ausbauen wollen.
Die präsentierten Systeme – von intelligenten Produktionsprognosen über integrierte Kassenlösungen bis zu cloudbasierten Gesamtplattformen – zeigen: Digitalisierung ist kein Zukunftsprojekt mehr, sondern Voraussetzung für wettbewerbsfähige Betriebsführung. Die Herausforderung liegt nicht mehr in der Frage, ob digitalisiert werden soll, sondern welche Systeme sich für den eigenen Betrieb eignen und wie sie konkret implementiert werden.
Wer in Hamburg vor Ort ist, kann Lösungen direkt vergleichen, Anbieter befragen und sich mit Kollegen über Erfahrungswerte austauschen. Die Messe bietet damit eine konzentrierte Orientierungshilfe in einem Markt, der sich rasant weiterentwickelt.
Handlungsempfehlungen
- Messebesuch strategisch vorbereiten: Definieren Sie vorab Ihre drei größten betrieblichen Engpässe und suchen Sie gezielt nach Ausstellenden, die Lösungen für genau diese Probleme präsentieren.
- AI AREA und Digitale Anwendungen einplanen: Reservieren Sie ausreichend Zeit für die beiden Schwerpunktbereiche und bereiten Sie konkrete Fragen zu Ihrer aktuellen Systemlandschaft vor.
- Anbieter direkt vergleichen: Nutzen Sie die Möglichkeit, mehrere konkurrierende Lösungen an einem Tag zu sehen – erstellen Sie eine Checkliste mit Ihren Anforderungen für strukturierte Gespräche.
- Praxisbeispiele erfragen: Fragen Sie Aussteller nach Referenzbetrieben ähnlicher Größe und bitten Sie um konkrete ROI-Beispiele statt allgemeiner Leistungsversprechen.
- Netzwerken mit Branchenkollegen: Tauschen Sie sich mit anderen Besuchern über ihre Erfahrungen mit digitalen Systemen aus – oft sind Praxisberichte von Betrieben wertvoller als Herstelleraussagen.











