Suche
Anzeige

Bierspezialitäten gezielt vermarkten: Wie Food-Pairing den Getränkeabsatz steigert

  • Bierempfehlungen in der Speisenkarte steigern nachweislich den Getränkeabsatz – analog zu etablierten Weinempfehlungen
  • Sensorische Steckbriefe und Schulungen ermöglichen auch neuen Servicekräften fachkundige Beratung
  • Bier als Kochzutat in Marinaden, Saucen oder Desserts bietet kulinarische Differenzierung und Gesprächsanlässe

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan

Warum Bier-Empfehlungen funktionieren

Bundle-Angebote aus Speise und korrespondierendem Getränk sind in der gehobenen Gastronomie längst etabliert – allerdings meist mit Fokus auf Wein. Dabei bieten Bierspezialitäten vergleichbare Möglichkeiten zur Absatzsteigerung. Nicolai Swoboda, Marketingleiter der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan, beobachtet in zahlreichen Gastronomiebetrieben einen klaren Trend: „Begleitende Bierspezialitäten als konstante Empfehlung zu passenden Gerichten in die reguläre Speisenkarte aufzunehmen, hat sich bei vielen Gastronomieobjekten aus unserem Kundenkreis als erfolgreiche Absatzmaßnahme herausgestellt."

Der Mechanismus ist simpel: Gäste erhalten eine fachkundige Empfehlung und müssen sich nicht selbst durch die Getränkekarte arbeiten. Das Restaurant positioniert sich als kompetenter Gastgeber mit Genuss-Expertise. Gleichzeitig entsteht ein Zusatzverkauf, der sich direkt auf die Getränkeumsätze auswirkt.

Partner aus dem HORECA Scout

Praxisnahe Umsetzung ohne Expertenwissen

Ein zentraler Vorteil des Systems: Es funktioniert auch ohne tiefgreifende Biersommeliere-Kenntnisse. Die Brauerei stellt Gastronomiepartnern sensorische Steckbriefe ihrer Bierspezialitäten zur Verfügung. Diese zeigen das Aromaprofil auf und ermöglichen die schnelle Entwicklung passender Kombinationen mit Gerichten.

Swoboda hebt einen weiteren praktischen Nutzen hervor: „Dabei spielt das Restaurant oder die Gaststätte ihre Kompetenz als Genuss-Fachkraft aus und nimmt ihren Gästen eine Entscheidung ab, sodass sie sich auf ihren Besuch und die Gespräche am Tisch konzentrieren können. Als Nebeneffekt können sich so auch neue Servicekräfte, die sich noch nicht tief in das eigene Angebot eingearbeitet haben, fachkundig Empfehlungen abgeben."

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRecht und ComplianceFührung, Management und Leadership
Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

Kurze sensorische Beschreibungen direkt in der Speisekarte – etwa „malzig-nussig mit Karamellnoten" oder „fruchtig-herb mit Zitrusaromen" – erleichtern Gästen die Auswahl und wecken Neugier. Ergänzende Schulungen für Service-Teams sorgen dafür, dass Empfehlungen souverän ausgesprochen und aktiv verkauft werden können.

Bier als Zutat: Kulinarische Differenzierung mit Marketing-Potential

Ein zweiter Hebel zur Absatzsteigerung liegt in der kreativen Rezeptentwicklung. Bier eignet sich hervorragend als Zutat in Marinaden, Saucen, Teigen oder Desserts und sorgt für geschmackliche Tiefe. Ein dunkles Bockbier in der Bratensauce, ein Weizenbier im Teig für Apfelküchle oder ein Pils in der Vinaigrette – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Themen in diesem Artikel
BeverageFoodMarketingBierSpeisekartenUmsatzsteigerung

Die Brauerei Weihenstephan stellt Gastronomen einen Rezepte-Pool zur Verfügung, mit dem sich Küchenbrigaden für Aktionsgerichte oder Standardkarte inspirieren lassen können. Der Vorteil: Solche Gerichte bieten nicht nur kulinarische Differenzierung, sondern auch Gesprächsanlässe. Gäste erinnern sich an außergewöhnliche Kombinationen und sprechen darüber – ein kostenloser Multiplikator-Effekt.

Hintergrund: Tradition trifft Moderne

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan wurde 1040 als Klosterbrauerei der Benediktinermönche gegründet und gilt als älteste Brauerei der Welt. Heute arbeiten mehr als 180 Mitarbeiter am Standort, der zwar von den Institutsgebäuden der Technischen Universität München umgeben ist, aber durch ein 2019 eröffnetes Logistikzentrum im Freisinger Gewerbegebiet zukunftsfähig aufgestellt wurde. Die Kombination aus fast 1.000-jähriger Brauerfahrung, traditionellen Verfahren und modernster Technik führt zu Premiumbieren, die regelmäßig auf internationalen Wettbewerben ausgezeichnet werden.

Lesen Sie auch
AußengastronomieGastro, Recht und Gewerbe
Terrassengebühren 2026: Wer zahlt wie viel fürs Draußensitzen?

Fazit

Food-Pairing mit Bierspezialitäten ist keine komplizierte Wissenschaft, sondern ein handfestes Werkzeug zur Umsatzsteigerung. Gastronomiebetriebe, die Bierempfehlungen konsequent in ihre Speisekarte integrieren, schaffen Mehrwert für Gäste und erleichtern dem Service die Beratung. Die Kombination aus durchdachten Pairings, kurzen sensorischen Beschreibungen und kreativen Gerichten mit Bier als Zutat ergibt ein stimmiges Genusskonzept.

Entscheidend ist die konsequente Umsetzung: Empfehlungen müssen in der Karte stehen, das Service-Team muss geschult sein, und die Küche sollte Bier als Zutat aktiv nutzen. Wer diese drei Elemente verbindet, schöpft vorhandenes Potential aus und setzt sich von Wettbewerbern ab.

Handlungsempfehlungen

  1. Speisekarte anpassen: Integrieren Sie zu mindestens drei Hauptgerichten konkrete Bierempfehlungen mit kurzer sensorischer Beschreibung (zwei bis drei Worte).
  2. Service schulen: Organisieren Sie eine Bierverkostung mit Ihrem Team und erarbeiten Sie gemeinsam Argumentationshilfen für Food-Pairings.
  3. Aktionsgericht entwickeln: Kreieren Sie ein Signature-Dish mit Bier als Zutat und kommunizieren Sie dies aktiv in Karte und auf Social Media.
  4. Bundle-Angebote testen: Bieten Sie zeitlich begrenzt Kombinationen aus Gericht und passendem Bier zu einem attraktiven Paketpreis an und messen Sie die Resonanz.
  5. Lieferanten einbinden: Fragen Sie bei Ihrer Brauerei nach sensorischen Steckbriefen, Rezeptideen oder Schulungsangeboten für Ihr Team.
ACCONSIS
Finanzen und Controlling

Vom blinden Fleck zum Millionenschaden: Mitarbeiterbetrug in der Gastronomie

50 Mitarbeiter, jahrelang unbemerkt, ein sechsstelliger Schaden: Die Razzia in einem Restaurant in München hat eine unbequeme Frage zurück auf die Tagesordnung gebracht – wie gut kennen Gastronomen eigentlich die Abläufe in ihrem eigenen Haus? Steuerberater Christopher Arendt erklärt, wo die typischen Schwachstellen sitzen und warum wachsende Betriebe ihre Kontrollen jetzt mitwachsen lassen müssen.

Robert Bye, Unsplash
Außengastronomie

Terrassengebühren 2026: Wer zahlt wie viel fürs Draußensitzen?

Sommer, Sonne, Außengastronomie – und eine Rechnung, die je nach Standort um den Faktor 60 auseinandergehen kann. Pünktlich zum Start der Hauptsaison hat der Bund der Steuerzahler die Terrassengebühren für rund 200 deutsche Städte erhoben. Das Ergebnis macht deutlich, wie unterschiedlich Städte Außengastronomie bepreisen.

wattline GmbH
Allgemeine Haustechnik

Energieverbrauch im Gastgewerbe: Wo die größten Kostentreiber liegen

Strom, Gas, Heizung – Energiekosten gehören zu den größten Ausgabenposten in Hotels und Restaurants. Doch die Höhe der Rechnung ist alles andere als Zufall: Öffnungszeiten, Gästeaufkommen und die Lage des Betriebs spielen eine ebenso große Rolle wie die technische Ausstattung. Wer weiß, an welchen Stellschrauben sich tatsächlich drehen lässt, kann Kosten senken – ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Doch welche Faktoren wiegen am schwersten, und wo verbergen sich die größten Einsparpotenziale?

Canva
Digitalisierung

KI-Inhalte kennzeichnen: Was ab 2. August 2026 gilt

Ein KI-generiertes Zimmerfoto auf der Buchungsseite, der Speisekarten-Text aus ChatGPT, das Instagram-Motiv per Knopfdruck: Ab dem 2. August sind solche Inhalte kennzeichnungspflichtig. Was der EU AI Act konkret fordert, wo die Grenze zur klassischen Bildbearbeitung liegt – und warum Betriebe, die das ignorieren, Abmahnungen und empfindliche Bußgelder riskieren.

Lightspeed, L Seden
Branche und Trends

Nachhaltigkeit in der Gastronomie stößt an die Preisgrenze

Eine aktuelle Verbraucherumfrage von Lightspeed bringt eine unbequeme Wahrheit ans Licht: Deutschlands Restaurantgäste fordern nachhaltige Konzepte – regional, saisonal, müllvermeidend. Doch sobald es ans Bezahlen geht, kippt die Begeisterung. Mehr als die Hälfte akzeptiert maximal fünf Prozent Aufschlag. Für Gastronomiebetriebe wird die grüne Transformation damit zur ökonomischen Gratwanderung.

Gastfreund GmbH
Branche und Trends

Warum Hotels 2026 ohne digitale Gästekommunikation Marktanteile verlieren

Zwei Drittel aller Gäste fordern heute aktiv digitale Kommunikationslösungen, doch viele Hotels hinken weit hinterher. Was einst als Innovation galt, ist längst zur Grunderwartung geworden und wer jetzt nicht handelt, verliert nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern schlicht den Anschluss. Ein aktueller Branchenreport der Gastfreund GmbH zeigt, wo der größte Hebel liegt – und warum die eigentliche Herausforderung nicht Technologie, sondern Integration ist.

Weitere Artikel zum Thema

Robert Bye, Unsplash
Sommer, Sonne, Außengastronomie – und eine Rechnung, die je nach Standort um den Faktor 60 auseinandergehen kann. Pünktlich zum Start der Hauptsaison hat der Bund der Steuerzahler die Terrassengebühren für rund 200 deutsche Städte erhoben.[...]
Robert Bye, Unsplash
Lightspeed, L Seden
Eine aktuelle Verbraucherumfrage von Lightspeed bringt eine unbequeme Wahrheit ans Licht: Deutschlands Restaurantgäste fordern nachhaltige Konzepte – regional, saisonal, müllvermeidend. Doch sobald es ans Bezahlen geht, kippt die Begeisterung. Mehr als die Hälfte akzeptiert maximal[...]
Lightspeed, L Seden
Jakub Żerdzicki, Unsplash
Rekordübernachtungen und steigende Insolvenzen – die deutsche Hotellerie navigiert 2025 durch widersprüchliche Signale. Während die Auslastung anzieht, brechen die Zimmerpreise ein. Was bedeutet diese Schere zwischen operativem Erfolg und schwindendem Ertrag für Betriebe, die bereits[...]
Jakub Żerdzicki, Unsplash
Luciano Oliveira, Unsplash
Wenn die WM um drei Uhr morgens anpfeift: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika stellt das deutsche Publikum vor eine ungewohnte Frage: Wie schaut man eigentlich gemeinsam, wenn die Spiele mitten in der Nacht laufen? Telekom[...]
Luciano Oliveira, Unsplash
Anastasia Ilina-Makarova, Pexels
Fünf Sterne oder ein TikTok-Video? Eine repräsentative Studie zeigt: Wie Menschen Hotelbewertungen nutzen und verfassen, hängt stark vom Alter ab. Während Babyboomer systematisch mehrere Plattformen vergleichen, entscheidet die Gen Z spontan und emotional – und[...]
Anastasia Ilina-Makarova, Pexels
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.