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Catering-Trendreport 2025: Vegetarische Optionen fast auf Augenhöhe mit Fleisch

  • Vegetarische Catering-Optionen haben sich binnen Jahresfrist nahezu verdoppelt und liegen mittlerweile fast gleichauf mit fleischbasierten Angeboten
  • Betriebe müssen auf extreme Planungsunterschiede reagieren: Ein Viertel der Buchungen erfolgt kurzfristig, während die durchschnittliche Vorlaufzeit bei drei Monaten liegt
  • Kulturelle Vielfalt wird zum Differenzierungsmerkmal – Kunden erwarten zunehmend die Kombination mehrerer Landesküchen in einem Menü

fu zhichao, Pexelsfu zhichao, Pexels

Der Ernährungswandel kommt im Catering an

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Rund 30 Prozent aller Catering-Anfragen im Jahr 2025 bezogen sich auf rein vegetarische Menüs – im Vorjahr waren es gerade einmal 16 Prozent. Damit hat sich der Anteil binnen zwölf Monaten nahezu verdoppelt. Weitere 11 Prozent der Anfragen forderten gemischte Optionen, bei denen sowohl fleischhaltige als auch vegetarische Speisen angeboten werden sollten.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel in urbanen Ballungsräumen. In Großstädten lag der Anteil vegetarischer Anfragen bei 32,8 Prozent, während ländliche Regionen mit 28,4 Prozent noch vergleichsweise zurückhaltend agieren. Die Spitzenreiter unter den großen Städten sind München mit 41,3 Prozent und Freiburg mit 44,2 Prozent vegetarischen Anfragen. Überraschend: Berlin, oft als Vorreiter pflanzlicher Ernährung wahrgenommen, liegt mit 31,3 Prozent unter dem Durchschnitt der Großstädte. Am anderen Ende der Skala steht Magdeburg mit lediglich 18,3 Prozent.

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Vegane oder speziell auf Allergien ausgerichtete Anforderungen bleiben zwar in der Minderheit, verzeichnen aber ebenfalls einen leichten Anstieg. Für Catering-Anbieter bedeutet dies: Fleisch ist nicht mehr die Standardoption, sondern eine Variante unter mehreren gleichberechtigten Alternativen.

Buffets dominieren, Flexibilität wird erwartet

Bei der Angebotsform hat sich wenig verändert: Buffets bleiben die mit Abstand beliebteste Catering-Variante, gefolgt von Fingerfood und klassischen Mittagsmenüs. 87 Prozent der Anfragen bezogen sich auf reine Lieferleistungen ohne zusätzlichen Service – eine leichte Steigerung gegenüber 85 Prozent im Vorjahr.

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Die typische Gruppengröße liegt weiterhin zwischen 11 und 50 Personen, auf diese Kategorie entfallen 69 Prozent aller Anfragen. Dieses Segment bildet damit das Kerngeschäft für die meisten Catering-Betriebe.

Was sich jedoch deutlich verändert hat, ist die Planungsdynamik. Die durchschnittliche Vorlaufzeit stieg von 88,8 Tagen im Jahr 2024 auf 94 Tage in 2025. Gleichzeitig erfolgte ein Viertel aller Buchungen weniger als drei Wochen vor dem Event, während einige Anfragen mehr als ein Jahr im Voraus eingingen. Diese extreme Spreizung stellt Betriebe vor die Herausforderung, sowohl kurzfristige Anfragen bedienen als auch langfristige Planungssicherheit gewährleisten zu müssen.

Themen in diesem Artikel
FoodBranche und TrendsBuffetCateringFood-TrendsPflanzliche ErnährungTrendreport

Kulturelle Vielfalt als neuer Anspruch

Deutsch-mediterrane Kombinationen bleiben zwar weiterhin die gefragtesten Menüoptionen, doch asiatische und orientalische Einflüsse gewinnen spürbar an Bedeutung. Besonders bemerkenswert: Immer mehr Kunden wünschen sich die Kombination von drei oder vier unterschiedlichen Landesküchen in einem einzigen Catering-Angebot.

Diese Entwicklung signalisiert einen grundlegenden Wandel in den Erwartungen. Kunden suchen nicht mehr nur nach einem kohärenten kulinarischen Konzept, sondern nach Abwechslung und kultureller Vielfalt auf dem Buffet. Für Betriebe bedeutet dies: Standardmenüs mit regionaler Ausrichtung reichen nicht mehr aus. Gefragt sind differenzierte Angebote, die verschiedene Geschmackswelten vereinen können.

Fazit

Der Catering-Markt 2025 wird von drei zentralen Trends geprägt: dem rasanten Aufstieg vegetarischer Optionen, der wachsenden Nachfrage nach kulinarischer Vielfalt und stark schwankenden Planungshorizonten. Betriebe, die weiterhin auf fleischlastige Standardmenüs setzen, riskieren, einen erheblichen Teil der Nachfrage nicht mehr bedienen zu können.

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Die Daten zeigen aber auch: Es gibt keine Einheitslösung. Während urbane Märkte vegetarische Angebote klar bevorzugen, bleiben ländliche Regionen traditioneller ausgerichtet. Erfolgreiche Catering-Anbieter werden jene sein, die ihre Angebotspalette flexibel gestalten und sowohl kurzfristige als auch langfristig geplante Events professionell abwickeln können.

Der Wandel ist weniger eine Bedrohung als eine Chance zur Differenzierung: Wer jetzt in vielfältige Menüoptionen investiert und seine Prozesse auf schwankende Vorlaufzeiten einstellt, kann sich als zukunftsfähiger Partner positionieren.

Handlungsempfehlungen

  1. Erweitern Sie Ihr vegetarisches Portfolio: Entwickeln Sie mindestens drei bis fünf vollwertige vegetarische Menüoptionen, die nicht als Notlösung, sondern als gleichwertige Alternative zu fleischbasierten Angeboten wahrgenommen werden.
  2. Bereiten Sie sich auf kurzfristige Anfragen vor: Implementieren Sie Prozesse, die es ermöglichen, auch bei weniger als drei Wochen Vorlauf professionell zu liefern – etwa durch vorgeplante Menübausteine oder strategische Lieferantenpartnerschaften.
  3. Bauen Sie kulinarische Vielfalt gezielt aus: Ergänzen Sie Ihre Speisekarte um asiatische und orientalische Komponenten, die sich flexibel mit europäischen Gerichten kombinieren lassen. Investieren Sie in Schulungen Ihres Küchenteams.
  4. Analysieren Sie Ihre regionale Nachfrage: Prüfen Sie, ob Ihr Standort eher urban oder ländlich geprägt ist, und passen Sie Ihre Standardangebote entsprechend an. In Großstädten sollten vegetarische Optionen prominent platziert werden.
  5. Kommunizieren Sie Ihre Flexibilität aktiv: Stellen Sie auf Ihrer Website und in Angeboten deutlich heraus, dass Sie sowohl kurzfristige als auch langfristig geplante Events professionell abwickeln und verschiedene Ernährungsformen bedienen können.
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