Suche

Betriebswirtschaftliche Ressourcen- und Ablaufplanung bei der DSGVO Umsetzung

Ohne einen effektiven und professionellen Datenschutz birgt die rasant anwachsende Digitalisierung ein nahezu unkalkulierbares wirtschaftliches Risiko für Kunden, Partner und Mitarbeiter. Der Unternehmer muss durch Transparenz und Risikominimierung in der Datenverarbeitung Vertrauen in den eigenen Betrieb schaffen und sich so dauerhaft absichern.

Ressourcen- und Ablaufplanung für die DSGVO im GastgewerbeIsmailciydem, iStockphoto

Betriebliche Ressourcenplanung

Durch verbindliches Qualitätsmanagement muss sichergestellt werden, dass für Planung und Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen der DS-GVO ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen. Folgende Bereiche müssen bei der betrieblichen Ressourcenplanung berücksichtigt werden:

Partner aus dem HORECA Scout
  • Privacy-by-Design: Datenschutz muss durch Technik gestaltet werden, idealerweise wird er direkt bei der Erarbeitung eines Datenverarbeitungsprozesses technisch integriert
  • Personalressourcen für die Durchführung der erforderlichen Datenschutz-Maßnahmen
  • Zusätzlicher Personalaufwand für einen eventuell zu benennenden internen Datenschutzbeauftragten
  • Zusätzlicher finanzieller Aufwand für einen eventuell zu benennenden externen Datenschutzbeauftragten
  • Finanz- und Personalressourcen zur Durchführung turnusmäßiger Datenschutz-Audits
  • Kosten für die turnusmäßige Wartung im Bereich des Serverraums, wie z.B. für Rauchmelder, Brandmelder, geeignete Handfeuerlöscher
  • Kosten für Mitarbeiterschulungen in Sachen Datenschutz

Betriebliche Ablaufplanung

Die erforderlichen Dokumentationspflichten sollten in die betrieblichen Arbeitsprozesse integriert werden, die Vorgänge und Prozesse müssen einer regelmäßigen Prüfung durch den Verantwortlichen unterzogen werden. Ein Verarbeitungsverzeichnis bildet den Rahmen für alle relevanten datenschutzrechtlichen Verarbeitungsprozesse (Art. 30 DS-GVO).

Lesen Sie auch
Gastro, Recht und GewerbeRecht und ComplianceArbeitszeit, Dienstplan, und SchichtplanungGehalt, Benefits und AltersversorgungManagement
Saisonarbeit im Gastgewerbe: Die rechtlichen Fallstricke bei kurzfristiger Beschäftigung

Betriebliche Prozesse und die Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA)

Jeder Unternehmer ist verpflichtet zu prüfen, ob einzelne Verarbeitungsprozesse eine Datenschutz-Folgenabschätzung erfordern. Die Datenschutz-Folgenabschätzung war früher unter dem Namen Vorabkontrolle bekannt und wird dann durchgeführt, wenn die Verarbeitung personenbezogener Daten ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge haben kann.

Themen in diesem Artikel
DatenschutzDatenschutzDatenschutzbeauftragterDatenschutzgrundverordnungDSGVO

Beispiele für eine Durchführungspflicht:

  • Zugangssysteme
  • Identifizierung von Personen durch Verarbeitung biometrischen Daten
  • Videoüberwachung
  • Verarbeitung von personenbezogenen Daten über das Mitarbeiterverhalten Einzelner, die zum Scoring der Arbeitstätigkeit eingesetzt werden können und mit der Möglichkeit eventueller Rechtsfolgen oder Beeinträchtigungen für die Betroffenen
  • Sicherheitsüberprüfungen
  • Customer-Relationship-Management-Software
  • Persönlichkeitstests
  • Erstellung umfassender Profile über Bewegung und Kaufverhalten von einzelnen Personen, beispielsweise von Gästen und deren Lieblingsspeisen und -getränke oder deren Bewegungsmuster über Schlüsselkarten (Saunabereich, Fitnessbereich, Casino, Bar)
  • Profilerstellung über Interessen, das Netz der persönlichen Beziehungen sowie die Persönlichkeit von Menschen
  • Mitarbeiterüberwachung durch Monitoring-Systeme

Ist die Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich, besteht gleichzeitig die Pflicht zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten.

Bei der Ausrichtung und Absicherung des eigenen Betriebes müssen Hoteliers und Gastronomen berücksichtigen, dass Datenschutz ein Grundrecht ist und die Missachtung dieses Rechts existentielle Folgen haben kann. Während den Verantwortlichen bis zu 3 Jahre Haft und die Insolvenz des Betriebes drohen, verlieren auch die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingFinanzierung und InvestmentFührung, Management und Leadership
Wenn der Betrieb nicht mehr zu retten ist: Eine Gastronomin über Insolvenz und Neuanfang
[cs_gb id=11835]

Roberta Fele
Finanzen und Controlling

Wenn der Betrieb nicht mehr zu retten ist: Eine Gastronomin über Insolvenz und Neuanfang

Corona, ausbleibende Hilfen, steigende Kosten und wachsende Schulden: Federica Fele führte ein Event- und Cateringunternehmen und übernahm kurz vor der Pandemie ein historisches Gasthaus. Am Ende stand die Insolvenz. Ihr Erfahrungsbericht zeigt, warum der Schritt nicht nur ein Ende sein muss – und warum Betriebe Warnsignale früher ernst nehmen sollten.

ProFina Deutschland GmbH
Datenschutz

Mehr digitale Prozesse, mehr Risiken: Warum Cyberversicherungen für Gastronomiebetriebe immer wichtiger werden

Ein Kassensystem, das mitten im Wochenendgeschäft ausfällt, verlorene Reservierungsdaten, abgegriffene Gästeinformationen: Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur Großkonzerne. Auch kleine Restaurants, Cafés und Hotels rücken ins Visier der Kriminellen – oft ohne eigene IT-Abteilung im Rücken. Welche Absicherung dann wirklich hilft.

Pexels
Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Altöl: Abfall oder Rohstoff? Vom Küchenrest zur Ressource

Dunkel, zäh, scheinbar wertlos – und doch ein begehrter Rohstoff für Biodiesel und Flugtreibstoff. Warum die Zukunft von gebrauchtem Speisefett in der Hotelküche entschieden wird und wie neun Betriebe zeigen, dass weniger Abfall keine Frage des Verzichts ist.

Weitere Artikel zum Thema

ProFina Deutschland GmbH
Ein Kassensystem, das mitten im Wochenendgeschäft ausfällt, verlorene Reservierungsdaten, abgegriffene Gästeinformationen: Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur Großkonzerne. Auch kleine Restaurants, Cafés und Hotels rücken ins Visier der Kriminellen – oft ohne eigene IT-Abteilung im[...]
ProFina Deutschland GmbH
Helena Lopes, Pexels
Seit Anfang 2025 ist die Meldescheinpflicht für deutsche Gäste abgeschafft. In der Praxis füllen Hotelgäste den Zettel trotzdem weiter aus. Die Hessische Staatskanzlei hat den DEHOGA jetzt gebeten, die Betriebe noch einmal daran zu erinnern.[...]
Helena Lopes, Pexels
Markus Spiske, Pexels
Urlaubszeit und ausgedünnte Teams schaffen genau die Lücken, die Cyberkriminelle suchen. Stoïk-Daten belegen, dass Juli und August zu den schadensintensivsten Monaten zählen – und dass die Hotellerie zunehmend ins Visier gerät. Anhand dreier Fälle wird[...]
Markus Spiske, Pexels
1&1 Versatel
In der modernen Systemgastronomie hängt ein reibungsloser Betrieb immer stärker von einer stabilen und intelligent gesteuerten Netzwerkinfrastruktur ab. Fällt die Internetverbindung aus, sind je nach Kassen- und IT-Architektur nicht nur Bestellprozesse, sondern auch Kartenzahlungen, Reservierungs-Systeme,[...]
1&1 Versatel
Anton Ryazanov, Unsplash
Seit Mitte April 2026 verarbeitet Microsoft Copilot Daten auch außerhalb Europas – standardmäßig und ohne explizite Zustimmung. Was nach einem technischen Detail klingt, wird für Betriebe mit Gästedaten zur Compliance-Frage. Drei Klicks können das Problem[...]
Anton Ryazanov, Unsplash
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.