Suche

Veganuary als Testlauf: Wie Betriebsgastronomie mit Gästefeedback vegane Angebote optimiert

  • Eine systematische Gästebefragung während des Veganuary 2026 zeigt: Über 70 Prozent bewerten pflanzliche Angebote als gut oder sehr gut
  • Mehr als die Hälfte der Gäste griff im Aktionsmonat häufiger zu veganen Gerichten – und die Hälfte kann sich vorstellen, dauerhaft mehr pflanzlich zu essen
  • Erfolgsrezept: Herzhafte Klassiker pflanzlich interpretiert statt komplizierter Nischengerichte – gesteuert über kontinuierliches Gästefeedback und Bestelldaten

L & D GmbHL & D GmbH

Über 70 Prozent bewerten pflanzliche Gerichte positiv

Die Zahlen aus der L & D-Befragung zeigen eine klare Tendenz: Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Gäste entschied sich im Januar häufiger für vegane Optionen als in anderen Monaten. 37 Prozent gaben an, bewusst am Veganuary teilgenommen zu haben. Besonders aussagekräftig: Über 70 Prozent der Befragten bewerteten das pflanzliche Angebot mit „gut" oder „sehr gut". Rund die Hälfte kann sich vorstellen, auch nach dem Aktionsmonat dauerhaft häufiger zu veganen Gerichten zu greifen.

Diese Rückmeldungen decken sich mit den Bestelldaten, die parallel zur Umfrage ausgewertet wurden. Sie bestätigen: Vegan ist für viele Gäste keine Grundsatzentscheidung mehr, sondern eine flexible Option im Speisealltag – sofern das Angebot überzeugt.

Partner aus dem HORECA Scout

Was Gäste wirklich wollen: Klassiker statt Experimente

Die Umfrage macht deutlich, welche Art von veganen Gerichten in der Betriebsgastronomie funktioniert. Gäste bevorzugen herzhafte, alltagstaugliche Speisen mit vertrautem Charakter. Statt ausgefallener Kreationen sind pflanzlich interpretierte Klassiker gefragt – Gerichte, die bekannt wirken und zuverlässig sättigen.

Auch bei den Zutaten zeigen sich klare Präferenzen: Hülsenfrüchte, Tofu und Tempeh kommen gut an, ebenso vegane Desserts. Das Feedback lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Vegan soll selbstverständlich sein, nicht kompliziert. Geschmack und Sättigung stehen vor ernährungsphilosophischen Überlegungen.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingVersicherungen und RisikomanagementKostenmanagement
Insolvenzrisiko im Gastgewerbe: Drei Schritte, mit denen sich Betriebe vor Zahlungsausfällen schützen

Für Betriebe bedeutet das: Wer vegane Angebote erfolgreich etablieren will, sollte weniger auf spektakuläre Neuheiten setzen als vielmehr auf solide Basisgerichte, die ohne Erklärungsbedarf funktionieren.

Vom Aktionsmonat zum ganzjährigen Konzept

L & D nutzt die Erkenntnisse aus dem Veganuary nicht als einmalige Aktion, sondern als Teil einer kontinuierlichen Angebotsentwicklung. Mit dem Ernährungskonzept „+punkt" verfolgt das Unternehmen einen ganzjährigen Ansatz, der vegane und vegetarische Optionen fest ins Portfolio integriert. Geschmack, Gesundheit und Nachhaltigkeit werden dabei gleichermaßen berücksichtigt.

Themen in diesem Artikel
FoodNachhaltigkeit und UmweltschutzBranche und TrendsBetriebsgastronomieGästefeedbackGemeinschaftsverpflegungPflanzliche ErnährungVegan

Die Kombination aus Gästefeedback und Bestelldaten ermöglicht es, das Angebot Schritt für Schritt zu justieren: Welche Rezepturen funktionieren? Welche Gerichte werden wiederholt bestellt? Wo gibt es Verbesserungspotenzial? Diese datengestützte Herangehensweise reduziert das Risiko von Fehlinvestitionen und erhöht die Akzeptanz bei den Gästen.

„Viele Gäste haben den Veganuary als Anstoß genutzt, öfter vegan zu wählen. Genau hier setzen wir an: Wir hören zu, lernen dazu und entwickeln unser Angebot Schritt für Schritt weiter", erklärt Barbara Schütgens, Leiterin Personal und Qualitätssicherung bei L & D.

Fazit

Die Veganuary-Umfrage von L & D liefert eine zentrale Erkenntnis für die Gemeinschaftsverpflegung: Pflanzliche Angebote werden von einer breiten Gästeschicht akzeptiert – wenn sie gut gemacht sind. Über 70 Prozent Zufriedenheit und die Bereitschaft, auch künftig häufiger vegan zu essen, zeigen: Es geht nicht um Verzicht, sondern um überzeugende Alternativen.

Lesen Sie auch
Künstliche Intelligenz, KI und AutomationSoftware und SystemeMarketing
KI-Empfehlung statt Suchergebnisse: Mit einem starken Google-Auftritt Vertrauen gewinnen

Entscheidend ist, dass Betriebe vegane Gerichte nicht als Sonderprogramm behandeln, sondern als selbstverständlichen Teil des regulären Angebots. Herzhafte Klassiker, natürliche Zutaten und kontinuierliches Feedback schaffen die Basis für Akzeptanz. Wer diese Faktoren berücksichtigt, kann pflanzliche Optionen erfolgreich ins Portfolio integrieren – ohne aufwendige Sonderaktionen, dafür mit messbaren Ergebnissen.

Die Daten aus der L & D-Umfrage machen deutlich: Der Veganuary funktioniert als Testlauf, um Gästepräferenzen zu erfassen und das Angebot gezielt weiterzuentwickeln. Für Betriebe, die pflanzliche Ernährung strategisch angehen wollen, ist das ein praktikabler Ansatz.

Handlungsempfehlungen

  1. Nutzen Sie den Veganuary als strukturierten Testlauf: Führen Sie parallel zum Aktionsmonat eine Gästebefragung durch und werten Sie die Bestelldaten aus, um konkrete Präferenzen zu identifizieren.
  2. Setzen Sie auf pflanzliche Interpretationen vertrauter Klassiker: Herzhafte, alltagstaugliche Gerichte mit bekanntem Charakter erzielen höhere Akzeptanz als komplizierte Nischenkreationen.
  3. Integrieren Sie vegane Optionen ganzjährig ins Standardangebot: Behandeln Sie pflanzliche Gerichte als selbstverständlichen Teil des Portfolios, nicht als saisonale Sonderaktion.
  4. Kombinieren Sie Gästefeedback mit Bestelldaten: Diese doppelte Perspektive zeigt, welche Gerichte nicht nur gut ankommen, sondern auch tatsächlich gewählt werden.
  5. Entwickeln Sie Ihr Angebot schrittweise weiter: Nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse, um Rezepturen zu optimieren und das Angebot kontinuierlich an den Gästewünschen auszurichten.
CSRIF GmbH
Finanzen und Controlling

Insolvenzrisiko im Gastgewerbe: Drei Schritte, mit denen sich Betriebe vor Zahlungsausfällen schützen

Zehn Prozent der Unternehmen in Deutschland sind insolvenzgefährdet, der höchste Stand seit 2014 – im branchenvergleich liegt Gastronomie ganz vorn. Zahlungsausfälle führen oft zu Dominoeffekten, sagt Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer des Informationsdienstleiters CRIF Deutschland. Wie Betreiber Frühwarnsignale erkennen, ihr Unternehmen wirksam vor Ausfällen schützen und wann sich externe Bonitätsprüfung auszahlt.

Hans. Pixabay
Außengastronomie

Anhaltende Hitze: Was Gäste jetzt erwarten

Wenn die Temperaturen steigen, wird der Platz an der frischen Luft zum entscheidenden Kriterium: 46 Minuten Anfahrt für den perfekten Außenplatz, längeres Verweilen am Tisch und höhere Ausgaben – warum draußen essen für Gäste 2026 mehr ist als nur eine Frage des Wetters, und welche Rolle Fußball und Hunde dabei spielen.

Winterhalter Deutschland GmbH
Personalentwicklung

Winterhalter sucht auch 2026 den „Spüler des Jahres“

Der Spülmaschinenherstellter Winterhalter ruft zum zweiten Mal zur Wahl des „Spülers des Jahres“ auf. Die Auszeichnung richtet sich an Mitarbeiter in der Spülküche, deren Arbeit für den Betriebsablauf unverzichtbar ist, aber selten öffentliche Anerkennung findet. Gastronomische Betriebe können ihre Kandidaten bis Anfang August nominieren.

Steuern mit System GmbH
Finanzen und Controlling

Cloud-Kasse, Reservierungs-App, IoT-Küche und Co. – Hotels und Gastronomie müssen bei digitalen Investitionen steuerlich genauer hinsehen

Digitale Lösungen sind im Gastgewerbe längst betriebliche Notwendigkeit. Doch viele Hotels, Restaurants und Freizeitbetriebe nutzen die steuerlichen Möglichkeiten rund um Software, Cloud-Systeme oder digitale Infrastruktur noch unvollständig. Die Folge: Sofort abzugsfähige Ausgaben werden unnötig aktiviert, aktivierungspflichtige Investitionen falsch verbucht oder Fördermittel zu spät berücksichtigt. Gerade bei knappen Margen kostet diese Unschärfe unnötig Liquidität.

Rene Terp, Pexels
Branche und Trends

Hochzeitsreport 2026: Kleiner Kreis statt großer Show: Welche Hochzeiten die Deutschen wirklich mögen

Der Trustlocal Hochzeitsreport 2026 verbindet eine Appinio-Umfrage unter 1.000 Personen mit anonymisierten Plattform-Anfragedaten. Das Ergebnis: Über die Hälfte der Befragten bevorzugt Feiern im kleinen Kreis, ein Budget bis 10.000 Euro gilt als angemessen. Als größte Störfaktoren gelten schlechte Stimmung, chaotischer Ablauf und mittelmäßiges Essen. Auffällig ist zudem die Lücke zwischen der als ausreichend empfundenen Planungszeit und dem tatsächlich deutlich früheren Anfragezeitpunkt für Dienstleister.

Weitere Artikel zum Thema

Hans. Pixabay
Wenn die Temperaturen steigen, wird der Platz an der frischen Luft zum entscheidenden Kriterium: 46 Minuten Anfahrt für den perfekten Außenplatz, längeres Verweilen am Tisch und höhere Ausgaben – warum draußen essen für Gäste 2026[...]
Hans. Pixabay
Rene Terp, Pexels
Der Trustlocal Hochzeitsreport 2026 verbindet eine Appinio-Umfrage unter 1.000 Personen mit anonymisierten Plattform-Anfragedaten. Das Ergebnis: Über die Hälfte der Befragten bevorzugt Feiern im kleinen Kreis, ein Budget bis 10.000 Euro gilt als angemessen. Als größte[...]
Rene Terp, Pexels
DEHOGA Bundesverband
82 Jahre, mehr als vier Jahrzehnte an der Spitze der Branche und ein Lebensmotto, das Gastfreundschaft zur Haltung erklärte: Ernst Fischer prägte das deutsche Gastgewerbe wie kaum ein Zweiter. Nun nimmt der DEHOGA Abschied von[...]
DEHOGA Bundesverband
Amelie Mourichon, Unsplash; Hospitality Pioneers
Zum zehnten Mal suchen das 196+ forum München und Hospitality Pioneers die innovativsten Köpfe der Branche. Welche jungen Unternehmen es bis auf die Hauptbühne im Hotel Bayerischer Hof schaffen, entscheidet sich in mehreren Runden –[...]
Amelie Mourichon, Unsplash; Hospitality Pioneers
Tim Douglas, Pexels
Die Branche sucht Nachwuchs – und Nachwuchs fragt zuerst nach dem Gehalt. Die aktuellen Zahlen inklusive der unbequemen Wahrheiten und der Stellschrauben, an denen gute Arbeitgeber drehen sollten.[...]
Tim Douglas, Pexels
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.