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Employer Branding durch Lohnkostenmanagement stärken

Der Mitarbeiter- und Fachkräftemangel gehört zu den größten Risiken für die erfolgreiche Zukunftsentwicklung im Gastgewerbe. Unternehmen brauchen daher dringend Lösungen, um sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren zu können. Eine Möglichkeit ist das Lohnkostenmanagement.

compexx Finanz AG

Wie sieht die Fachkräftesituation im Gastgewerbe derzeit aus?

Während die Nachfrage nach touristischen und gastronomischen Dienstleistungen durch den weitgehenden Wegfall von Beschränkungen im Rahmen der Infektionsbekämpfung wieder steigt, hat sich die Situation auf Seiten der Beschäftigten verschlechtert. In den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres sank die Zahl der Beschäftigten in der Gastronomie um 23,4 Prozent. „Die Corona-Pandemie hat den gastgewerblichen Arbeitsmarkt mit voller Wucht getroffen“, klagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) gegenüber Tagesschau.de. Und in einem Interview mit der „Deutschen Welle“ (dw.com) betone Ingrid Hartges Mitte April: „Durch die fehlende Nachfrage während der Corona-Pandemie verzeichnete die Branche Beschäftigungsrückgänge – trotz aller Bemühungen, die Mitarbeiter auch weiterhin zu halten. Ohne die coronabedingten Kurzarbeitergeldregelungen wäre der Verlust an Mitarbeitern noch deutlich höher ausgefallen.“ Die konkreten Zahlen zeigen das Ausmaß des Mitarbeitermangels: „Bundesweit sind in den vergangenen zwei Jahren mehr als 130.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze weggefallen, hinzu kommen mehr als 217.000 Minijobs. Und viele der Minijobber aus Hotels und Gastronomie haben sich andere Beschäftigungen im Einzelhandel gesucht, der auch während des Lockdowns öffnen durfte. Und die sind nur schwer oder gar nicht zurückzugewinnen, weil sie sich an geregelte Arbeitszeiten und freie Wochenenden gewöhnt haben“, heißt es in dem Beitrag der Deutschen Welle.

Gibt es Lösungen für die Zukunft?

Die Branche setzt laut dem „Deutsche Welle“-Bericht ihre Hoffnungen jetzt auf ausländische Arbeitskräfte. Ingrid Hartges wird folgendermaßen zitiert: „Das Gastgewerbe ist eine attraktive, sehr internationale Branche, in die man recht unkompliziert einsteigen kann. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit hatten rund 35 Prozent unserer Beschäftigten eine ausländische Staatsangehörigkeit – in keiner anderen Branche ist der Anteil höher.“ Martin Lütkehaus, Vorstand des Expertennetzwerks für Finanzdienstleistungen compexx Finanz AG, betont aber auch die eigenen Möglichkeiten der Unternehmen, sich am Arbeitsmarkt attraktiver zu machen und auf diese Weise die dringend benötigten Fachkräfte und Mitarbeiter zu finden und zu binden. „Ein starkes Employer Branding kann durch bestimmte Finanz- und Versicherungslösungen unterstützt werden. Dass das Gehalt dabei nicht das einzige Kriterium ist, ist schon lange bekannt. Hingegen sind Zusatzleistungen, auch finanzieller Natur, eine attraktive Lösung für viele gut Qualifizierte und eine hohe Motivation für Berufseinsteiger, sich einem Unternehmen zuzuwenden.“ Die compexx Finanz AG verfolgt seit der Gründung 2005 ein konsequentes Allfinanzkonzept und betreut Privatpersonen und Unternehmen bei allen Fragen rund um Vermögen, Versicherung und Vorsorge. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zur Versicherungsgruppe die Bayerische.

Partner aus dem HORECA Scout

Welche Möglichkeiten existieren konkret?

Eine Möglichkeit, Arbeitnehmer einen Mehrwert zu bieten, ist das Lohnkostenmanagement als Optimierung der Gehaltsstrukturen. Unterm Strich soll mehr vom Geld übrigbleiben – bei gleicher Leistung und bei gleichem Arbeitsaufkommen. „Mit diesem System werden Lohnbausteine bezeichnet, die keiner oder nur geringer Steuer- und Sozialabgabenbelastung unterliegen. Unternehmen können bis zu 3000 Euro jährlich als Einsparungen aus Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen frei zwischen dem Unternehmen und den Arbeitnehmern verteilen. Durch das Lohnkostenmanagement haben Unternehmen die Möglichkeit, das Einkommen ihrer Mitarbeiter zu erhöhen und gleichzeitig die Personalkosten zu senken oder sogar überdurchschnittliche Gehaltssteigerungen durch besondere Lohnbausteine ohne eigene zu Mehrkosten ermöglichen“, erklärt der compexx-Experte. Der Hintergrund: Aufgrund steigender Sozialabgaben und Steuern geht ein höheres Gehalt nicht zwingend mit einem höheren Nettoertrag einher. Daher werden Leistungen außerhalb der klassischen Gehaltszahlung immer attraktiver, denn dafür hat der Staat eine ganze Reihe an steuerfreien und pauschal besteuerten Vergünstigungen in das Einkommenssteuer- und Sozialversicherungsrecht (§ 42 Einkommensteuergesetz) aufgenommen.

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Wie äußert sich das Lohnkostenmanagement in der Praxis?

Beispielsweise gelten Gutscheine wie Tank- und Shoppingkarten als Sachbezug, aber nicht als Arbeitslohn und sind bis zum Wert von 44 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei, erklärt Martin Lütkehaus. Es dürften auch Erholungsbeihilfen für den Mitarbeiterurlaub von 156 Euro pro Jahr und Mitarbeiter gezahlt werden, zusätzlich seien Zahlungen in Höhe von 104 Euro für den Ehegatten und 52 Euro für jedes Kind möglich. Auch Essensgutscheine, Förderrenten und Gesundheits-Vorsorge-Checks könnten ohne zusätzliche Abgabenlast an die Mitarbeiter abgegeben werden. „Das sind praktische, relevante Gehaltskomponenten. Musterberechnungen zeigen, dass im Einkommensbereich von 2000 Euro brutto Steigerungen für die Mitarbeiter von rund 115 Euro monatlich möglich werden – bei einem Arbeitgeberaufwand von rund 120 Euro“, betont Martin Lütkehaus. Dieselbe Summe würde auch bei einer normalen Gehaltssteigerung von 100 Euro brutto monatlich fällig, wovon beim Mitarbeiter aber nur 55 Euro tatsächlich ankämen.

Themen in diesem Artikel
PersonalentwicklungFachkräftemangelKurzarbeitLohnkostenmanagement

Auf was müssen Unternehmen achten?

Wichtig ist laut dem compexx-Vorstand, für das Lohnkostenmanagement einen Berater einzubinden, der alle Möglichkeiten und den genauen Ablauf im Lohnkostenmanagement kennt, um Unternehmen rechtssicher und nachhaltig die erheblichen Vorteile dieser Optimierung zu eröffnen. Ebenso müssten die steuerlichen Aspekte professionell berechnet werden. Lohnkostenmanagement sei nichts, das sich zwischen Tür und Angel erledigen lasse, warnt Martin Lütkehaus.

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