Suche

Corona-Update für das Gastgewerbe: Pleitewelle ab Mai?

Wir filtern die wichtigsten Informationen zur Corona-Krise für die Gastronomie und Hotellerie: Insolvenzantragspflicht wieder ab Mai: Droht Pleitewelle? +++ Landgericht München: keine weiteren Entschädigungsansprüche neben den Corona-Soforthilfen +++ Umsatz im Gastgewerbe leicht gestiegen +++ Studie: Schließung von Restaurants nur geringen Effekt auf Infektionsgeschehen +++ Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ verlängert +++ DEHOGA Rheinland-Pfalz fordert Strategiewechsel

Tim Mossholder von PexelsTim Mossholder von Pexels

Niederlande öffnen Gastro-Terrassen: Trotz hoher Infektionszahlen öffnen die Niederlande nach einem strengen vier Monate langen Lockdown. Die Terrassen von Gaststätten dürfen unter Auflagen wieder Kunden empfangen. Zunächst sollen die Terrassen von 12 bis 18 Uhr täglich geöffnet sein. > zur Meldung

Landgerichts München I urteilt über Entschädigungsansprüche nach dem Infektionsschutzgesetz: Die unter anderem für Amtshaftungsansprüche zuständige 15. Zivilkammer des Landgerichts München I hat am 28.04.2021 zwei Klagen abgewiesen, die auf Schadenersatz gegen den Freistaat Bayern gerichtet waren. Geklagt hatten die Betreiberin einer Kartbahn (Az. 15 O 7232/20, Streitwert ca. 11.000.- Euro) sowie der Betreiber einer Musik- und Filmproduktion (Az. 15 O 10858/20, Streitwert ca. 6.000.- Euro). In beiden Fällen haben die Kläger vorgetragen, anlässlich der Corona-Pandemie und der behördlich angeordneten Schließung vom 27.03.2020 Einnahmeausfälle erlitten zu haben, die nicht vollständig durch sogenannte „Corona-Soforthilfen“ aufgefangen wurden. Die 15. Zivilkammer hat entschieden, dass weder ein normierter Schadenersatzanspruch nach Infektionsschutzgesetz besteht noch auf anderer gesetzlicher Grundlage oder in analoger Anwendung bestehender Reglungen ein Entschädigungsanspruch zugesprochen werden kann. > zur Meldung des Gerichts

DEHOGA Rheinland-Pfalz fordert einen Strategiewechsel in der Pandemiebekämpfung: Schluss mit dem Dogma der Inzidenzen und eine sofortige Öffnung von Hotellerie und Gastronomie für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete. Die Politik müsse endlich die richtigen Entscheidungen treffen und sinnvolle Anreize setzen, um die Pandemie effektiv zu bekämpfen. Es gäbe kein einziges signifikantes Infektionsgeschehen im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe. Die Gäste seien in den DEHOGA Betrieben jederzeit sicher aufgehoben. Das gelte auch zukünftig. > zur Meldung

Partner aus dem HORECA Scout

Insolvenzantragspflicht ab Mai: Vom 01.05.2021 an müssen Unternehmen bei Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit wieder rechtzeitig Insolvenzantrag stellen. Alle Corona-Ausnahmeregelungen sind gestrichen worden. Der DEHOGA-Präsident Guido Zöllick kritisiert dies. Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei zwingend notwendig und konsequent. „Es kann nicht sein, dass Unternehmen ab dem 1. Mai Insolvenz anmelden müssen, nur weil die staatlichen Hilfen, auf die sie einen Anspruch haben, nicht rechtzeitig bei ihnen angekommen sind oder die notwendigen Verbesserungen des aktuellen Förderprogramms noch ausstehen“, so Zöllick. Auch IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe appelliert in einem aktuellen Blogpost an die Politik: „Die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ist eine ethische Verpflichtung und zudem ein Gebot der volkswirtschaftlichen Vernunft.“ In Niedersachsen steht jedes vierte Restaurant und Hotel laut DEHOGA kurz vor der Geschäftsaufgabe.

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ verlängert: Die Bundesregierung hat ihr Förderprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ bis weit in das nächste Ausbildungsjahr hinein verlängert und viele der Prämien und Zuschüsse erhöht. Die entsprechende Förderrichtlinie wurde jetzt veröffentlicht und ist damit in Kraft. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Förderinstrumenten der Ersten Förderrichtlinie sind auf Website der Bundesagentur für Arbeit zu finden. Die Arbeitsagenturen sind für die Bearbeitung der Anträge zuständig. Der DEHOGA in seine FAQs zur Aus- und Weiterbildung eine tabellarische Übersicht mit Zeiträumen, Förderbeträgen und Förderbedingungen der verschiedenen Förderinstrumente in der ersten und der letzten Fassung der Förderrichtlinie eingearbeitet (ab Seite 4). Die FAQss finden Sie auf der DEHOGA-Corona-Website.

Stundung der Sozialversicherungsbeiträge: Der Spitzenverband GKV hat über die Verlängerung des vereinfachten Stundungsverfahrens für die vom (Teil-)Shutdown betroffenen Unternehmen informiert. Sozialversicherungsbeiträge für die Monate Januar bis April 2021 können weitherhin unter den gleichen Voraussetzungen gestundet werden, wie bereits die Beiträge für die Monate November und Dezember 2020. Die Stundungen können längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Mai gewährt werden.

Lesen Sie auch
Finanzen und ControllingRechtsprechung und UrteileSteuern
BFH bestätigt: Rückzahlungen der Corona-Soforthilfen wirken nicht rückwirkend

Umsatz im Gastgewerbe leicht gestiegen: Der Umsatz im Gastgewerbe stieg im Februar 2021 gegenüber Januar 2021 nach Kalender- und Saisonbereinigung real (preisbereinigt) um 1,2 % und nominal (nicht preisbereinigt) um 1,6 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, lag der Umsatz real (kalender- und saisonbereinigt) jedoch 67,9 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland. Der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt die Auswirkungen der andauernden Schließungen der Hotels und Gastronomiebetriebe somit deutlich. > zur Meldung

La­den­schlie­ßun­gen hat­ten auf Anstieg der Corona- Infektionen ge­rin­gen Ef­fekt, Mas­ken ei­nen gro­ßen: Eine statistische Studie der Universität Kassel hat die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Covid-19-Eindämmung in der ersten Welle 2020 untersucht. Ergebnis: Die Schließung von Restaurants und Geschäften im Frühjahr hatte nur einen geringen Effekt, die Masken-Pflicht und die Kontaktbeschränkungen hingegen waren sehr wirkungsvoll. >zur Meldung

Themen in diesem Artikel
#PerspektiveJetztCoronaCorona-HilfenSteuerstundungen

PROJECT FLOORS
Ausstattung und Interieur

Neue Designboden-Kollektionen für Hotellerie und Gastronomie: Ruhe, Natürlichkeit und Funktionalität im Fokus

Wenn Gäste ein Hotel betreten, nehmen sie viel wahr – oft unbewusst. Der Boden gehört dazu. Er prägt die Atmosphäre, ohne aufdringlich zu sein. Doch welche Optik passt zu welchem Konzept? Und wie vereint man Ästhetik mit den Anforderungen des Betriebs? Zwei neue Kollektionen zeigen, wie sich aktuelle Designtrends mit den praktischen Erfordernissen der Hotellerie und Gastronomie verbinden lassen – ohne Kompromisse bei Langlebigkeit oder Pflege.

johannes86, iStockphoto
Gehalt, Benefits und Altersversorgung

Neue Spielregeln bei der Vergütung: Was die EU-Entgelttransparenzrichtlinie für Hotellerie und Gastronomie bedeutet

Bis Juni 2026 muss Deutschland die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht umsetzen. Die neuen Regelungen betreffen Betriebe jeder Größe und bringen weitreichende Änderungen im Umgang mit Gehältern. Wer sich jetzt vorbereitet, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb um Fachkräfte.

Future Payments GmbH
Finanzen und Controlling

Kartenzahlungsgebühren – Zusammensetzung und typische Fallstricke

Viele Gastronomen wissen nicht, welche Kosten ihr Kartenterminal wirklich verursacht. Gebührenmodelle sind komplex, Verträge unübersichtlich – und das Kleingedruckte kann monatlich mehrere hundert Euro Unterschied bedeuten. Spätestens mit einer möglichen Kartenzahlungspflicht wird dieses Thema zum wirtschaftlichen Faktor, den kein Betrieb mehr ignorieren sollte.

EVENTMACHINE
Events und Messen

KI-Agent konfiguriert ganze Events und erhält sofortige Angebote – ohne menschliches Zutun

Was geschieht, wenn künstliche Intelligenz nicht mehr nur berät, sondern eigenständig handelt? Ein Event-Tech-Unternehmen hat einen KI-Agenten auf seinen webbasierten Konfigurator losgelassen – mit verblüffenden Ergebnissen. Die Maschine plant komplexe Veranstaltungen, erkennt Sparpotenziale und trifft Designentscheidungen wie ein erfahrener Eventmanager. Für Hotels und Locations stellt sich damit eine existenzielle Frage: Sind ihre Systeme bereit für Anfragen, die nicht von Menschen kommen?

Biohotel Eggensberger, T. Reinelt
Allgemeine Haustechnik

Risikofaktor Hotelklimatisierung – warum klassische Lösungen dem Erfolg im Weg stehen

Klimaanlagen gehören zur Standardausstattung in Hotels – doch genau diese Selbstverständlichkeit wird zum Problem. Denn während Gäste Kühlung erwarten, lehnen viele gleichzeitig die Begleiterscheinungen klassischer Systeme ab: Lärm, Zugluft, trockene Luft. Hotels investieren also in Technik, die zwar gebucht, aber kritisiert wird. Wie kann dieser Widerspruch aufgelöst werden? Und welche Alternativen bieten sich an, die nicht nur die Gästezufriedenheit steigern, sondern auch die Betriebskosten senken?

Weitere Artikel zum Thema

HLB Treumerkur
Wer Corona-Soforthilfen zurückzahlen musste, kann alte Steuerbescheide nicht einfach nachträglich korrigieren lassen. Der BFH stellt klar: Maßgeblich ist das Jahr des Zuflusses, die Rückzahlung wirkt steuerlich erst im Jahr des tatsächlichen Abflusses. Was das für[...]
HLB Treumerkur
Schultze & Braun; MTG Wirtschaftskanzlei
Ende September 2024 mussten Unternehmen, die Überbrückungshilfen erhalten haben, eine Schlussabrechnung einreichen. Nun gehen bei immer mehr Betrieben die entsprechenden Bescheide ein – oftmals mit einer Rückzahlungsaufforderung für die einstigen Hilfszahlungen. Stefan Schwindl von der[...]
Schultze & Braun; MTG Wirtschaftskanzlei
fotoblend, Pixabay
Abgerechnet wird zum Schluss! Und dieser Schluss kommt mit großen Schritten näher! Denn die Frist für die Abgabe der Corona-Schlussabrechnungen läuft zum 30. September 2024 endgültig aus – obwohl man eine solche Angabe nach den[...]
fotoblend, Pixabay
Norbert Braun, Unsplash
Nach den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, des Ukraine-Krieges und konjunktureller Entwicklungen kam die Erholung für den Tourismusmarkt schneller als erwartet: Im zweiten Quartal 2023 kehrte der globale Tourismus fast auf Vor-Covid-19-Niveau zurück. Gleichzeitig ist der Immobilientransaktionsmarkt[...]
Norbert Braun, Unsplash
ECOVIS
Betriebe müssen ihre Schlussabrechnungen der Corona-Beihilfen bis zum 30. Juni 2023 einreichen. In bestimmten Fällen ist eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember 2023 möglich. Hierfür ist ein Antrag erforderlich, der ebenfalls bis zum 30. Juni[...]
ECOVIS
Unser Newsletter

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit regelmäßigen Informationen zum Thema Gastgewerbe. Ihre Einwilligung in den Empfang können Sie jederzeit widerrufen.