Kassengesetz

Erste zertifizierte TSE-Module erhältlich

Eine der großen Umstellungen im Bereich der Kassensysteme ist die Einrichtung einer zertifizierten Technische Sicherheitseinrichtung. Trotz der Aufschiebung der Frist bis zum 30. September 2020 müssen alle Betroffenen umgehend aufrüsten, wenn für ihr Kassensystem die entsprechenden Systeme verfügbar sind. Nun sind die ersten Technischen Sicherheitseinrichtungen vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) zertifiziert worden.

© Cecilie_Arcurs | iStockphoto

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Auch wenn die Aufrüstung mit einer Technischen Sicherheitseinrichtung bereits seit dem 1. Januar 2020 gilt, konnten viele Gastronomen bislang noch nicht reagieren, da die Kassenanbieter noch keine zertifizierte TSE anboten. Nun wurden die ersten Systeme vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert.

Welche Systeme sind bereits zertifiziert?

Der Kassenhersteller Gastrofix arbeitet mit Epson zusammen, die bereits Ende Dezember die amtliche Zertifizierung ihrer TSE bekannt gaben. Verfügbar für den direkten Einsatz an der Kasse ist die eine zertifizierte USB TSE V1.0, außerdem gibt es die microSD TSE V1.0 und mit TM-m30F und TM-T88VI-iHub-F zwei Bondrucker, die bereits mit einer nach technischer Richtlinie BSI-K-TR-0373-2019 zertifizierten TSE ausgestattet sind oder innerhalb weniger Minuten ausgerüstet werden können.

Christoph Ruhnke, Leiter Business Systems der Epson Deutschland GmbH, erklärt: „Mit der Zertifizierung unserer TSE haben wir die letzte Hürde genommen. Ab jetzt bieten wir und unsere Partner eine fiskalkonforme und zertifizierte Lösung an. Die Integration ist bereits abgeschlossen.  Epson hat als weltweit agierendes Unternehmen diesen Prozess bereits in einer Vielzahl von Ländern begleitet und besitzt große Erfahrung auf diesem Gebiet. Handelsunternehmen jeder Größe sind bei Epson sicher, zum Stichtag eine gesetzeskonforme Kassenanlage zu besitzen.“

Die Gastro-MIS GmbH, Spezialist für Software- und Servicelösungen im Bereich Gastronomie, und die Swissbit AG, Experte für Speicherung und Schutz von Daten in Industrieanwendungen, können dank ihrer Zusammenarbeit die ersten zertifizierten  Technischen Sicherheitseinrichtungen (TSE) anbieten. Während Swissbit die Hardware liefert, kümmert sich die Gastro-MIS um den Kundenservice bei der Umstellung auf den geforderten technischen Manipulationsschutz. Die Lösung ist denkbar einfach: Eine USB-, SD- oder microSD-Schnittstelle ergänzt jede PC- oder auch Tabletkasse um die notwendige Hardware. Zudem stellt Swissbit ein Software Development Kit, Treiber und Support für Windows, Linux, Android und Embedded-Systeme bereit. Die Gastro-MIS steuert den notwendigen Support bei und kann auch bei der Implementierung der DSFinV-K 2.0 (Schnittstelle für den Export von Daten aus elektronischen Aufzeichnungssystemen für die Datenträgerüberlassung) und mit dem Angebot von Schulungen helfen.

„Wir wissen um die komplexen Herausforderungen der Kassenhersteller bei der Bereitstellung gesetzeskonformer Kassensysteme und erfüllen selbstverständlich die hohen Zertifizierungsanforderungen des BSI“, sagt Hubertus Grobbel, Vice President Security Solutions bei der Swissbit AG in München. „Alle bereits im Feld befindlichen Kassensysteme in Handel, Handwerk und Gastronomie sind verpflichtend bis spätestens Ende 2022 nachzurüsten – PC-Systeme sogar noch bis Ende September 2020. Das ist mit den steckbaren Swissbit-TSEs mit einem Handgriff erledigt“. Alle drei Varianten der TSE sind seit dem 20. Dezember 2019 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), damit rechtzeitig und als erster im Markt, zertifiziert.

Zahlreiche weitere Hersteller haben ihre Produkte zur Zertifizierung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eingereicht. Alle Eigentümer elektronischer Registrierkassen sollten sich mit ihrem Kassenhersteller in Verbindung setzen, um möglichst schnell über die passende Lösung informiert zu werden.

Woraus besteht eine TSE und warum wird sie benötigt?

Die Vorschrift bezüglich der Sicherheitseinrichtungen an Kassen ist im § 146a (Ordnungsvorschrift für die Buchführung und für Aufzeichnungen mittels elektronischer Aufzeichnungssysteme) geregelt. Demnach muss, wer aufzeichnungspflichtige Geschäftsvorfälle oder andere Vorgänge mit Hilfe eines elektronischen Aufzeichnungssystems erfasst, ein elektronisches Aufzeichnungssystem verwenden, das jeden aufzeichnungspflichtigen Geschäftsvorfall und anderen Vorgang einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet aufzeichnet. Das elektronische Aufzeichnungssystem und die digitalen Aufzeichnungen sind durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung zu schützen, welche aus:

  • einem Sicherheitsmodul,
  • einem Speichermedium und
  • einer einheitlichen digitalen Schnittstelle

besteht.

Die digitalen Aufzeichnungen sind auf dem Speichermedium zu sichern und für Nachschauen sowie Außenprüfungen durch elektronische Aufbewahrung verfügbar zu halten.

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