1.500 Euro

Steuerfreier Bonus für Mitarbeiter in der Coronakrise

Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern aufgrund der Coronakrise bis Jahresende 2020 Sonderleistungen bis 1.500 Euro zukommen lassen, ohne dass hierfür Steuern anfallen. Dies geschieht in Form von Sachbezügen oder Zuschüssen. Das Bundesfinanzministerium hat diese steuerfreien Bonuszahlungen in einem Erlass vom 9. April 2020 geregelt. Welche Voraussetzungen sind für diesen steuerfreien Bonus zu erfüllen und gilt diese Steuerbefreiung für alle Arbeitnehmer?

© mohamed_hassan | Pixabay

Was sind die Voraussetzungen für den Bonus?

Der steuerfreie Bonus ist an die folgenden Voraussetzungen geknüpft:

  • Der Arbeitgeber erbringt aufgrund der Coronakrise Sachbezüge oder Zuschüsse bis zu einem Betrag von 1.500 Euro.
  • Diese steuerfreien Bonuszahlungen müssen im Zeitraum von 1. März bis 31. Dezember 2020 erfolgen.
  • Das Unternehmen leistet die Sonderzahlung als Zusatz zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt.

Demnach scheidet die Steuerbefreiung bei vertraglich zugesichertem Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ebenso aus wie bei Überstunden, die der Mitarbeiter in der Coronavirus-Krise erbracht hat. Letztere muss der Arbeitgeber als zusätzliches Arbeitsentgelt vergüten oder durch entlohnte Freizeit ausgleichen.

Für die steuerfreien Corona-Sonderzahlungen fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Arbeitnehmer können diese Zuschüsse oder Sachbezüge zusätzlich zu anderen Steuerbefreiungen und Bewertungserleichterungen beanspruchen.

Gilt der steuerfreie Bonus für alle Arbeitnehmer?

Grundsätzlich ist der steuerfreie Bonus für Angehörige jener Branchen gedacht, die in dieser Krisenzeit systemrelevante Arbeiten ausführen. Das betrifft beispielsweise Mitarbeiter im Gesundheitsbereich, in der Pflege und im Einzelhandel. Allerdings hat das Bundesfinanzministerium den steuerfreien Bonus nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt. Demnach können auch Unternehmen in nicht systemrelevanten Branchen ihren Mitarbeitern solche Bonuszahlungen gewähren, wenn diese während der Corona-Krise besonderes Engagement gezeigt haben. Der steuerfreie Bonus kann auch Mini-Jobbern zugutekommen.

Gilt der Bonus auch bei Kurzarbeitergeld?

Für Zuschüsse, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Kurzarbeitergeld leistet, gilt dieser steuerfreie Bonus nicht. Ebenso wenig ist die Steuerbefreiung auf Zuschüsse anwendbar, die das Unternehmen als Ausgleich zum Kurzarbeitergeld aufgrund der überschrittenen Beitragsbemessungsgrenze erbringt. Für die zuletzt genannten Zuschüsse scheidet auch eine Steuerbefreiung für Lohnersatzleistungen nach § 3 Nummer 2a EStG aus.

Muss der Bonus im Lohnkonto aufgezeichnet werden?

Der Arbeitgeber muss den Bonus im Lohnkonto aufzeichnen. Darüber hinaus sollte das Unternehmen in den Lohnunterlagen vermerken, für welche Leistung es den steuerfreien Bonus an den Mitarbeiter gewährt hat. Dieser Vermerk ist vor allem bei Beschäftigten wichtig, die in nicht systemrelevanten Branchen arbeiten. Dasselbe gilt, wenn das Unternehmen den Bonus erst in den letzten Monaten des Jahres 2020 leistet. Solche Aufzeichnungen sind vor allem im Hinblick auf spätere Prüfungen der Sozialversicherungsträger relevant.

Alle Inhalte zur Coronakrise im Überblick

Bisher keine Kommentare zu “Steuerfreier Bonus für Mitarbeiter in der Coronakrise”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Weitere Artikel zum Thema

Beschlüsse der Koalition

Mehrwertsteuersenkung wichtiger Teilerfolg – Gastgewerbe braucht aber mehr Perspektiven

Die Koaltion hat endlich weitere konkrete Hilfsmaßnahmen für das das Gastgewerbe beschlossen: Senkung der Umsatzsteuer für Speisen, höheres Kurzarbeitergeld und ein pauschalierte Herabsetzung von Vorauszahlungen ans Finanzamt. Was wird für die Unterstützung von Gastronomie und Hotellerie getan und was wäre darüber hinaus möglich gewesen? Alle Fakten sowie die Stellungnahmen von DEHOGA-Verbänden finden Sie bei uns. Außerdem haben wir eine Umfrage dazu gestartet.

Linkliste

Coronavirus im Gastgewerbe: Regelungen und Hilfsprogramme im Überblick

© Gerd Altmann, Pixabay

Bislang gibt es im Zusammenhang mit dem Coronavirus keine einheitlichen Regelungen des Bundes und der Bundesländer. In unserer Linkliste haben wir die speziellen Informationsseiten der Landesregierungen und der DEHOGA Verbände zusammengestellt. Dort erhalten Sie einen Überblick über Hilfsprogramme, Fördermöglichkeiten, Merkblätter, Hotlines, Pressemitteilungen, Umfragen sowie Antworten auf die wichtigsten Fragen.